Silvester wollten wir das große Feuerwerk an Marina Bay in Singapur verfolgen. Um einen guten Platz möglichst nah an der Marina Bay zu ergattern fuhren wir schon Mittags in die Stadt um die Örtlichkeiten zu checken. Das war auch gut, da der Weg zur U-Bahn fast immer unterhalb einer großen Einkaufs-Mall liegt und der Weg dahin nicht immer einfach zu finden ist. Vor Ort an der Bay, auf der das Feuerwerk gezündet wird, ist das Wasser fast vollständig umbaut und die Plätze zwischen Wasser und Gebäuden sehr begrenzt. Abends fuhren wir dann mit der vollen U-Bahn (MRT) Richtung Marina Bay. Schon auf dem Weg hatten wir das Gefühl, dass hier alles selbstverständlich funktioniert, große Menschenmengen, aber keine Hektik, kein Drängeln. Wir kamen um 22.00 Uhr an. Die Plätze direkt am Wasser waren schon alle voll und abgesperrt. Wir fanden aber einen guten Platz auf der Raffles Avenue. Hier versperrte nur ein einstöckiges Gebäude den direkten Blick auf das Wasser. Zu unserer Überraschung begann das Feuerwerke schon um 23.10 Uhr. Das gehört aber zu einem choreografischen Feuerwerks- Schauspiel, dass dann um Mitternacht seinen Höhepunkt hatte. Auch von unserem Standpunkt sehr beeindruckend.
Um uns herum blieb alles erstaunlich entspannt. Die Menschen bewegten sich ruhig, niemand schob, niemand drängelte. Auch nach Mitternacht kamen wir ohne Probleme zurück, keine Staus, weder auf den Straßen noch auf dem Weg zur MRT. Alles floss, als wäre es geprobt.
Besonders auffällig war für uns, was fehlte. Kein Alkohol zwischen 22.00 Uhr und 7.00 Uhr in der Öffentlichkeit, keine privaten Böller oder Raketen, kein Lärm abseits des offiziellen Feuerwerks, kein Müll und saubere Straßen. Es waren auch auch keine Polizei oder Krankenwagen Sirenen zu hören. Für uns war dieses Silvester anders als vieles, was wir bisher kannten. Weniger laut, dafür sehr eindrucksvoll, ein Jahreswechsel, der durch Rücksicht, Disziplin und Ruhe geprägt war. Anstoßen mit Alkohol geht natürlich auch, in Restaurants, Bars und in den eigenen vier Wänden. Vielleicht können wir uns in Deutschland da etwas für die Zukunft abschauen.


