Dienstag, den 20. Januar auf Koh Samui angekommen ging es Luca nicht so gut. Er hatte Darm-Magen Probleme und musste erstmal 2-3 Tage auf dem Zimmer bleiben. Glücklicherweise hatten wir das Hotel für knapp 2 Wochen gebucht und mussten erstmal nicht reisen. Sonntag ging es dann wieder besser und wir unternehmen einen Ausflug um Koh Samui etwas kennen zu lernen.
Koh Samui zeigte sich als eine Insel der Gegensätze. Auf der einen Seite stehen große Touristenresorts, perfekt gepflegt, abgeschirmt von der Außenwelt. Auf der anderen Seite liegen Tempelanlagen, offen zugänglich, und fest im Alltag der Menschen verankert. Dazwischen sahen wir die oft einfachen Wohnverhältnisse vieler Thais, die auf dieser Insel leben.
Unser Ausflug begann an der weitläufigen Anlage des Wat Laem Suwannaram. Die Anlage ist beeindruckend, fast überladen mit Figuren, Farben und Symbolik. Sie wirkt wie ein touristischer Themenpark und ist gleichzeitig aber der religiöse Ort für die einheimischen Gläubigen. Am Wat Phra Yai mit seiner riesigen Buddha-Statue wird dieser Kontrast besonders deutlich. Während Besucher fotografieren, beten Einheimische still, oft nur wenige Meter entfernt. Religiöse Praxis und touristischer Blick treffen hier unmittelbar aufeinander.
Ein Besuch in einer Elefanten-Schutzstation zeigte eine andere Facette des Tourismus. Hier wird bewusst auf Reiten und Shows verzichtet. Gleichzeitig bleibt auch dieser Ort Teil eines Systems, das ohne Besucher kaum existieren könnte. Ein Balanceakt zwischen Schutz, Aufklärung und wirtschaftlicher Abhängigkeit. Zwischen diesen Stationen fuhren wir durch Wohngebiete, die selten in Hochglanzbroschüren auftauchen. Einfache Häuser, teils improvisiert, liegen direkt neben luxuriösen Hotelanlagen oder stark frequentierten Straßen. Ein starker Kontrast, den man nicht übersehen kann. Auf der einen Seite die Touristen die nur auf Zeit vor Ort sind, auf der anderen Seite die Bewohner die auf und von der Insel leben.
Die beiden nächsten Stationen, die bekannten Großvater- und Großmutter-Felsen (Hin Ta Hin Yai) und der Na Mung Wasserfall, sind ein typisches Beispiel für die stark vermarktete Natur. Beliebte Ausflugsziele mit den entsprechenden Verkaufsständen. Am Wasserfall wird sogar noch das mittlerweile verbotene Elefantenreiten angeboten. Es wird genauso geduldete wie das Fahren der vielen Motorroller ohne Helm und Führerschein.
Ein weiterer Halt führte uns zum Wat Khunaram. Dort sitzt der Mönch Luang Pho Daeng, der 1973 verstarb, bis heute in Meditationshaltung. Auf seinen eigenen Wunsch hin wird der Körper öffentlich gezeigt, als Erinnerung an Vergänglichkeit und Loslassen im buddhistischen Verständnis. Die Erhaltung ist auf natürliche Weise entstanden, nicht durch Einbalsamierung. Da die Augen im Laufe der Zeit verfielen, trägt die Mumie zum Schutz und für ein angenehmeres Erscheinungsbild eine Sonnenbrille.
Koh Samui zeigte uns nicht nur einzelne Sehenswürdigkeiten, sondern auch das Nebeneinander von Welten: Luxus und Einfachheit, Glaube und Geschäft, Inszenierung und Alltag. Ein Kontrast, der auch zum Nachdenken anregt.





