Am dritten Tag unserer Rundreise ging es von Chiang Rai in die Grenzregion. Hier prägen Berge, kurvige Straßen und ein kühleres Klima das Bild. Die Region ist landschaftlich reizvoll, zugleich aber stark von Geschichte, Migration und politischen Umbrüchen geprägt.
Ein erster Stopp führte uns in ein sogenanntes „Union of Hills Tribe Village“. Diese Dörfer fassen verschiedene Bergvölker zusammen, deren Vorfahren aus Südchina, Myanmar und Laos in die abgelegenen Bergregionen kamen, teils freiwillig, teils auf der Flucht vor Konflikten. Dazu zählen auch die Longneck Frauen (Kayan), die durch die traditionellen Messingringe um Hals und Schultern bekannt sind. Gerade bei ihnen wird der ambivalente Charakter solcher Dörfer besonders deutlich. Für viele Frauen sind die Besuche von Reisenden eine wichtige Einnahmequelle, da andere wirtschaftliche Möglichkeiten fehlen. Gleichzeitig steht diese Form des Minderheiten-Tourismus seit Jahren in der Kritik. Traditionen werden sichtbar gemacht, aber oft auf ein äußeres Merkmal reduziert. Der kulturelle Alltag wird dabei vereinfacht und für Besucher zugänglich gemacht. Ein Spannungsfeld zwischen Selbstbestimmung, wirtschaftlicher Notwendigkeit und Inszenierung.




In den Bergen rund um Doi Mae Salong wird die komplexe Geschichte der Region weiter sichtbar. Das Gebiet wurde in den 1950er- und 1960er-Jahren von chinesischen Nationalisten besiedelt, die sich nach dem chinesischen Bürgerkrieg hier niederließen. Lange Zeit war die Region Teil des Opium- und Heroinanbaus, der vielen Familien das Überleben sicherte, aber ganze Landstriche abhängig machte. Staatliche Programme ersetzten den Anbau später unter anderem durch Teeplantagen, die heute das Landschaftsbild prägen.
Am nördlichsten Punkt Thailands, nahe der Grenze zu Myanmar, wird die Randlage des Landes spürbar. Straßen, Grenzmarkierungen und militärische Präsenz erinnern daran, dass diese Region lange schwer kontrollierbar war.Im Goldenes Dreieck verdichten sich diese historischen Linien. Hier treffen Thailand, Laos und Myanmar am Mekong aufeinander. Über Jahrzehnte war das Gebiet eines der weltweit wichtigsten Zentren des Opium- und Heroinhandels. Heute ist es touristisch erschlossen, doch die Vergangenheit bleibt spürbar.
Der Abschluss war heute eine Schnellbootfahrt auf dem Mekong. Auf dem schmalen Boot saßen wir hintereinander. Luca und ich fanden es super, Ulrike weniger. Auf dem hinteren Sitz wurde sie nass gespritzt und ekelte sich, den dass Wasser war braun und kurz nach dem Start trieb ein toter Hund vorbei. Aber wann hat man schon einmal die Möglichkeit auf dem berühmten Mekong Boot zu fahren und dabei auf dem Wasser durch drei Länder ohne Grenzkontrollen zu fahren. Angelegt haben wir natürlich wieder in Thailand.
An diesem Tag konnten wir sehr viel über das Grenzgebiet im Norden von Thailands erfahren!



