4. Tag: Chang Rai – Chang Mai

Die Fahrt von Chiang Rai nach Chiang Mai führte uns quer durch den bergigen Norden Thailands. Grosse Teile der Strecke sind eine riesige Baustelle, da hier eine vierspurigen Verbindung zwischen den Städten entsteht. Die Bauarbeiten dauern schon viele Jahre an und werden von den Einheimischen schon als Sieben-Generationen Projekt bezeichnet.

Ein erster Halt war der Wat Rong Khun, besser bekannt als der Weiße Tempel. Die Anlage wurde von dem thailändischen Künstler und Architekten Chalermchai Kositpipat entworfen und größtenteils aus eigenen Mitteln finanziert. Seit den späten 1990er-Jahren entsteht hier Schritt für Schritt ein Gesamtkunstwerk, das traditionelle buddhistische Symbolik mit den Stil des Künstlers verbindet. Ganz in weiß und mit sehr viel Schnörkel, dass war nicht unser Geschmack. Gleich nebenan wurde noch ein Tempel für die hinduistischen Gläubigen im klassischen Gold gebaut.

Weiter ging es zu heißen Quellen, wo das Wasser als Fontäne aus dem Boden aufsteigt. In dem Wasserbecken können Eier gekocht werden, die auch in kleinen Körbchen verkauft werden. Wir badeten unsere Füße in dem etwas abgekühlten Wasserläufen.
Kurz vor Chiang Mai besuchten wir mehrere Manufakturen, die Einblicke in traditionelles Handwerk geben. In einer Papierschirm Fabrik wurden Schirme aus handgeschöpftem Papier gefertigt und bemalt. Heute dient die Produktion oft eher zu Dekorationszwecken.
Ähnlich war der Eindruck in einer Kautschukverarbeitung, wo schwarzer Naturkautschuk gezeigt wurde. Auch hier steht weniger industrielle Massenproduktion im Vordergrund, sondern das Erklären eines Materials, das in Nordthailand wirtschaftlich lange eine wichtige Rolle spielte. Heute werden vorrangig Kunstgegenstände damit lackiert und verziert. Zum Abschluss folgte der Besuch einer Seidenfabrik. Die Verarbeitung von Seide hat in Thailand eine lange Tradition und es wurde die Entstehung der Seide von der Raupe bis zum fertig gewebten Stoff gezeigt. Seide spielt heute wirtschaftlich nur noch eine Nebenrolle. Thailändische Seide gilt aber als Qualitätsprodukt und ist Teil nationaler Identität, besonders im Kunsthandwerk und bei traditioneller Kleidung. Vor allem im Nordosten (Isaan) und im Norden ist Seide eine Zusatz-Einnahmequelle für Familien und Dorfgemeinschaften. Wir fanden die handwerklichen Vorführungen sehr interessant und es war eine willkommene Abwechslung zu den vielen Tempelbesuchen.
Zum Abschluss fuhren wir noch zum Bahnhof von Chiang Mai. Luca konnte noch die Abfahrt des Zuges nach Bangkok beobachten.