Nach dem Frühstück machten wir einen Morgenspaziergang durch den historischen Garten von Sukothai, deren Name wörtlich übersetzt „Morgenröte der Glückseligkeit“ bedeutet. Diese ehemalige Hauptstadt vergangener Dynastien ist eine der bedeutendsten historischen Stätten des Landes und wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Die Tempel Wat Mahathat, Wat Sra Sri und Wat Sri Chum zeugen von der vergangenen Pracht und Größe dieser ehemaligen Königsstadt.
Nächster Stopp war Den Chai mit dem berühmten liegenden Buddha des Wat Phra That Suton Tempels. Weiter ging es nach Phayao, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, die an einem schönen Binnensee liegt zum heutigen Ziel Chiang Rai. Nach zwei Tagen, 1000 km und vielen Eindrücken waren wir im Norden von Thailand angekommen und fielen nach dem Abendessen müde ins Bett.
Als wir die vielen Reisfelder in Thailand gesehen haben kam die Frage auf, ob es Tiere im Wasser der Reisfelder gibt. Und tatsächlich sind Reisfelder weit mehr als reine Agrarflächen. Sie funktionieren als temporäre Feuchtgebiete, in denen sich ein komplexes Ökosystem entwickelt. Neben Insektenlarven, Schnecken und Fröschen leben hier auch Fische. Häufig sind es kleine Süßwasserarten wie Karpfenverwandte, Welse oder Schlangenkopffische, die über Bewässerungskanäle einwandern oder gezielt eingesetzt werden. Für viele Familien sind sie eine wichtige zusätzliche Eiweißquelle.
Diese Fische sind ein zentraler Bestandteil der Nahrungskette. Sie ernähren sich von Insekten und Larven und werden selbst von Reihern, Eisvögeln, Schlangen oder Waranen gefressen. Zusammen mit Fröschen stabilisieren sie das ökologische Gleichgewicht im Feld und tragen zur natürlichen Schädlingskontrolle bei.
Für die Menschen, die in den Reisfeldern arbeiten, bringt diese Nähe zur Natur jedoch auch Risiken mit sich. Schlangen nutzen die Felder als Jagdgebiet, angelockt durch Frösche und Fische. Besonders während der Regenzeit sind Schlangenbisse eine reale Gefahr, da viele Reisbauern barfuß oder mit einfachem Schuhwerk im Wasser arbeiten.
Zur Erntezeit werden die Reisfelder trockengelegt. Das Wasser verschwindet, Fische werden abgefischt, wandern über Kanäle ab oder überleben in Restgewässern. Das Ökosystem wird dabei nicht zerstört, sondern unterbrochen. Mit der nächsten Pflanzperiode und dem erneuten Fluten der Felder entsteht es erneut. Reisfelder folgen damit einem jährlichen Kreislauf, in dem Leben immer wieder neu entsteht.
Wie lebendig dieser Kreislauf ist, unterscheidet sich jedoch deutlich von Land zu Land. In Vietnam, besonders im Mekong-Delta, sind Reisfelder oft dauerhaft oder mehrfach im Jahr geflutet. Dort existieren ausgeprägte Reis-Fisch-Systeme mit sehr hoher Artenvielfalt. Ganz anders ist die Situation in Ländern wie Japan oder Teilen von China. Dort ist der Reisanbau stark mechanisiert und kontrolliert. Reisfelder sind dort ökologisch deutlich ärmer, Fische und andere Tiere spielen kaum noch eine Rolle.
Dienstag den 3. Februar starteten wir unsere 6-tägige Rundreise durch Nordthailand. Da wir diesmal nicht selber organisieren wollten und das selber fahren in Thailand auch nicht ganz ohne ist, hatten wir uns einen Minivan mit Guide und Fahrer gebucht. Erster Stopp war in Ayutthaya, einer der ehemaligen Hauptstädte Thailands. Die Ruinen des Königstempels „Wat Phra Si Sanphet“ waren Vorlage für den Großen Palast in Bangkok.
Danach in Saraburi im „Wat Phra Phutthabat“ gab es Buddhas heiligen Fussabdruck zu sehen. Lopburi mit dem Khmer-Tempel „Prang Sam You“ ist als Affenstadt bekannt. Da die Affen die Stadtbewohner tyrannisiert haben, wurden sie mittlerweile alle eingefangen und in den Nationalpark umgesiedelt. Zum Abschluss konnten wir uns noch ein Bild vom „schönsten“ Buddhas Thailands im „Wat Phra Si Ratana Mahathat“ Tempel von Phitsanulok machen. Beendet wurde die heutige Fahrt nach fast 500 km durch die endlose Reisfelder der sogenannten «Reisschüssel» des Landes mit dem Ziel Sukhothai.
Nach Sonne, Meer und Strand in Koh Samui flogen wir weiter nach Bangkok. Die Stadt war nicht so laut, voll und chaotisch wie wir es uns vorgestellt hatten. Unser Hotel lag ca. 10 km vom Zentrum entfernt in sehr ruhiger Lage. Mit seinen Hochhäusern und Autobahnnetzen unterscheidet sich Bangkok mit seinen 10 Millionen Einwohnern nicht wesentlich von andern Großstädten. Unsere ersten beiden Tage nutzten wir gleich für typische Bangkok Aktivitäten.
Am ersten Tag fuhren wir mit einem Longtailboot auf dem Chao Phraya und durch kleinere Kanäle. Zwischen modernen Hochhäusern, Tempeln, schwimmenden Märkten, einfachen Holzhäusern, teilweise auch schon zusammengefallen, konnten wir uns einen Überblick von der Wasserseite aus machen.
Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der klassischen Sehenswürdigkeiten. Wir konnten heute Luca davon überzeugen mit langen Hosen einige Tempelanlagen zu besuchen. Der Großer Palast beeindruckte mit seiner Größe, Detailfülle und der Mischung aus religiöser und königlicher Bedeutung. Viel Gold, viel Farbe, viel Symbolik und unterschiedliche Architektur. Ein Ort der fasziniert und den man bei einem Besuch in Bangkok gesehen haben muss.
Das gleiche gilt auch für Wat Pho mit seinem liegenden Buddha. Der liegende Budda beeindruckt mit seinen fast 50 m Länge. Auch bei der weitläufige Tempelanlage kamen wir aus dem Stauen nicht heraus. Man kann nur erahnen welcher Aufwand notwendig ist, um alle diese Anlagen in dem sehr guten Zustand zu erhalten. Luca konnte sich unserer Begeisterung nicht anschließen. Die anschließende Fahrt mit dem Tuk Tuk zum nächsten Food Market war schon eher nach seinem Geschmack.
Dienstag, den 20. Januar auf Koh Samui angekommen ging es Luca nicht so gut. Er hatte Darm-Magen Probleme und musste erstmal 2-3 Tage auf dem Zimmer bleiben. Glücklicherweise hatten wir das Hotel für knapp 2 Wochen gebucht und mussten erstmal nicht reisen. Sonntag ging es dann wieder besser und wir unternehmen einen Ausflug um Koh Samui etwas kennen zu lernen. Koh Samui zeigte sich als eine Insel der Gegensätze. Auf der einen Seite stehen große Touristenresorts, perfekt gepflegt, abgeschirmt von der Außenwelt. Auf der anderen Seite liegen Tempelanlagen, offen zugänglich, und fest im Alltag der Menschen verankert. Dazwischen sahen wir die oft einfachen Wohnverhältnisse vieler Thais, die auf dieser Insel leben. Unser Ausflug begann an der weitläufigen Anlage des Wat Laem Suwannaram. Die Anlage ist beeindruckend, fast überladen mit Figuren, Farben und Symbolik. Sie wirkt wie ein touristischer Themenpark und ist gleichzeitig aber der religiöse Ort für die einheimischen Gläubigen. Am Wat Phra Yai mit seiner riesigen Buddha-Statue wird dieser Kontrast besonders deutlich. Während Besucher fotografieren, beten Einheimische still, oft nur wenige Meter entfernt. Religiöse Praxis und touristischer Blick treffen hier unmittelbar aufeinander. Ein Besuch in einer Elefanten-Schutzstation zeigte eine andere Facette des Tourismus. Hier wird bewusst auf Reiten und Shows verzichtet. Gleichzeitig bleibt auch dieser Ort Teil eines Systems, das ohne Besucher kaum existieren könnte. Ein Balanceakt zwischen Schutz, Aufklärung und wirtschaftlicher Abhängigkeit. Zwischen diesen Stationen fuhren wir durch Wohngebiete, die selten in Hochglanzbroschüren auftauchen. Einfache Häuser, teils improvisiert, liegen direkt neben luxuriösen Hotelanlagen oder stark frequentierten Straßen. Ein starker Kontrast, den man nicht übersehen kann. Auf der einen Seite die Touristen die nur auf Zeit vor Ort sind, auf der anderen Seite die Bewohner die auf und von der Insel leben. Die beiden nächsten Stationen, die bekannten Großvater- und Großmutter-Felsen (Hin Ta Hin Yai) und der Na Mung Wasserfall, sind ein typisches Beispiel für die stark vermarktete Natur. Beliebte Ausflugsziele mit den entsprechenden Verkaufsständen. Am Wasserfall wird sogar noch das mittlerweile verbotene Elefantenreiten angeboten. Es wird genauso geduldete wie das Fahren der vielen Motorroller ohne Helm und Führerschein. Ein weiterer Halt führte uns zum Wat Khunaram. Dort sitzt der Mönch Luang Pho Daeng, der 1973 verstarb, bis heute in Meditationshaltung. Auf seinen eigenen Wunsch hin wird der Körper öffentlich gezeigt, als Erinnerung an Vergänglichkeit und Loslassen im buddhistischen Verständnis. Die Erhaltung ist auf natürliche Weise entstanden, nicht durch Einbalsamierung. Da die Augen im Laufe der Zeit verfielen, trägt die Mumie zum Schutz und für ein angenehmeres Erscheinungsbild eine Sonnenbrille.
Koh Samui zeigte uns nicht nur einzelne Sehenswürdigkeiten, sondern auch das Nebeneinander von Welten: Luxus und Einfachheit, Glaube und Geschäft, Inszenierung und Alltag. Ein Kontrast, der auch zum Nachdenken anregt.
Von Khao Lak aus ging es früh morgens mit dem Minibus ins Landesinnere zum Khao Sok Nationalpark, einem der ältesten Regenwaldgebiete der Erde. Der Khao Sok Nationalpark ist geprägt von dichtem, ursprünglichem Regenwald, steilen Kalksteinfelsen, Flüssen und Seen. Teile dieses Waldes sind älter als der Amazonas und gehören zu den artenreichsten Regionen Thailands. Elefanten, Gibbons, Nashornvögel und zahlreiche Reptilien leben hier, auch wenn man die meisten eher hört als sieht. Auf der Fahrt dorthin fiel uns auf, dass außerhalb dieser Schutzgebiete das Land überwiegend landwirtschaftlich genutzt wird, wobei Ölpalmen und Kautschuk die wichtigsten Kulturen sind. Besonders der Anbau von Ölpalmen nimmt seit Jahren zu, da Palmöl ein bedeutender Rohstoff für Lebensmittel, Kosmetik und Energie ist und den besten Erlös erbringt. Am Straßenrand sahen wir auf der Fahrt viele frisch angelegte Ölpalm Plantagen. Der Übergang zwischen Regenwald und Plantage ist oft abrupt. Während Nationalparks streng geschützt sind, wurden frühere Misch- und Sekundärwälder bereits vor Jahrzehnten umgewandelt. Dadurch entsteht für Reisende ein scheinbar einheitliches „grünes“ Landschaftsbild, das ökologisch jedoch stark unterschiedliche Lebensräume umfasst.
Unser erster Halt war an einem Fluss. Wir stiegen um auf ein Bambusfloß und fuhren den Fluss entlang, mitten durch den Dschungel. Langsames Gleiten auf dem Wasser, üppiges Grün und gelegentliche Tierlaute. Eine schöne Stimmung, aus der wir nach einer Stunde durch das Anlegen und den Umstieg in den Minivan wieder gerissen wurden. Am Ratchaprapha Dam angekommen, wechselten wir auf ein Longtailboot und fuhren über den Ratchaprapha-Stausee. Der See entstand in den 1980er-Jahren durch den Bau eines Staudamms zur Stromerzeugung und Wassergewinnung. Große Flächen wurden damals überflutet, zurück blieb eine heute einzigartige Landschaft aus Wasser, Dschungel und steil aus dem See aufragenden Kalksteinfelsen. Ein sehr verzweigter See mit einer Größe von rund 165 Quadratkilometern. Die Landschaft erinnert an Filmwelten wie Avatar, auch wenn hier kein Drehort liegt. Zwischendurch legten wir am einer Tropfsteinhöhle und zum thailändischen Mittag an einem schwimmenden Hotel an. Ein weiterer Halt war die Badestelle der hier freilebenden Elefanten. Wir konnten sie ufernah im Unterholz hören, sie ließen sich aber leider nicht blicken.
Auf der Rückfahrt mit dem Van machten wir Halt an einem Felsentempel, eingebettet in Kalksteinwände. Am vorbeifließenden Fluß werden von den Besuchern die Fische gefüttert, die sich dann zu Tausenden einfinden. Ein spannender Ausflug, der uns die vielfältigen Landschaften von Thailand zeigte.
Als wir unsere Weltreise geplant haben wußten wir das wir nach Singapur eine längere Zeit in Thailand verbringen wollten. In den ersten Wochen sollte nach der langen Reise eine längere Phase Strandurlaub folgen. Thailand bietet sich dafür in den Wintermonaten wunderbar an. Unsere Nachbarn aus Hannover Monika und Marcus verbringen schon seit Jahren ihren Winterurlaub im Süden. So entstand im September letzten Jahres die Idee sich im Januar in Thailand zu treffen. Also Buchten wir für ein paar Tage das gleiche Hotel in Khao Lak. Eine tolle Idee: Besuch von den Nachbarn aus Hannover auf unserer Weltreise. Besonders Luca konnte es kaum abwarten seine Freundin Monika nach langer Zeit wieder zu sehen. Und so konnten wir ein paar Tage unter der thailändischen Sonne gemeinsam genießen.
Nach dem wir in Khao Lak in Thailand angekommen waren genossen wir ersteinmal das schöne Wetter, den Strand und das Meer. Ein wenig Pause auf unserer langen Reise. Aber natürlich kam schon bald wieder der Drang auf, Thailand zu erkunden. Dazu nutzten wir einen Schiffsausflug der uns in die Phang Nga Bay führte. Die Bucht liegt zwischen Phuket und dem Festland der Provinz Phang Nga und umfasst rund 400 Quadratkilometer. Über 100 Kalksteininseln ragen hier steil aus dem Wasser, viele davon senkrecht, dicht bewachsen und von kleinen Höhlen und Lagunen durchzogen. Charakteristisch für die Phang Nga Bay ist das ruhige, flache Wasser, das durch die geschützte Lage kaum Wellengang hat. Über Jahrtausende hat Erosion bizarre Felsformen geschaffen, die der Landschaft etwas fast Unwirkliches verleihen. Seit 1981 steht die Region als Nationalpark unter Schutz. Ein besonderes Erlebnis unserer Tour war die Kanufahrt in eine Lagune. In kleinen Booten glitten wir durch schmale Felsspalten und niedrige Höhlen, die sich nur bei passendem Wasserstand öffnen. Dahinter lagen stille Innenlagunen, umgeben von senkrechten Felswänden, Mangroven und dichtem Grün. Zurück an Bord erwartete uns ein auf dem Schiff gekochtes Buffet, während wir weiter die vorbeiziehende Landschaft genießen konnten. Ein weiterer Stopp führte uns zur berühmten James Bond Island. Die markante Felsnadel Ko Tapu wurde weltbekannt durch den Film „Der Mann mit dem goldenen Colt“. Entsprechend belebt ist dieser Ort. Wir hatten heute Glück, es war verhältnismäßig wenig los. Trotzdem nur ein kurzer Stopp auf der Insel, um das Foto mit dem goldenen Colt zu schießen. Als wir vor dem berühmten Felsen standen konnten auch wir uns dem nicht entziehen. Zurück auf unserem Schiff machten wir unterwegs noch einen Badestopp. Mal wieder ein Tag zum Abklatschen!
Bei unserem 12-tägigen Aufenthalt hat uns Singapur beeindruckt und wir haben uns auch hier nach einiger Zeit schon ein wenig zu Hause gefühlt. Singapur beeindruckt nicht nur durch einzelne Sehenswürdigkeiten sondern auch durch das Zusammenspiel von Stadtplanung, Architektur und auch Natur. Die Sehenswürdigkeiten sind dicht beieinander und wirken wie ein geplantes Gesamtkonzept. An einigen Stellen wird noch kräftig gebaut um scheinbar das Gesamtbild zu vervollständigen. Einzig das feuchtwarme Klima ist bei längerem Aufenthalt im Freien für uns Mitteleuropäer etwas anstrengend uns ermüdend. Es war wichtig zwischendurch immer mal wieder gekühlte Räume aufzusuchen. Nachts konnten wir nach den Anstrengungen immer gut und lange schlafen. Positiv überrascht haben uns die Preise. Im besonderen das Essen in den Food Courts oder unzähligen kleinen Restaurants und Straßenküchen war nach den Erfahrungen unserer zuletzt bereisten Länder sehr abwechlungsreich und angenehm günstig. Zudem gab es noch in der Nähe unseres Hotels einen Biergarten mit guter bayrischer Küche und einer Veltins Bierbude. Nicht ganz Singapur like, aber ab und zu eine willkommene Abwechslung zum asiatischen Essen. Nachfolgend einige Bilder zu den Sehenswürdigkeiten von Singapur:
Singapur River and Merlion
Habour Waterfront und Sentosa Island
Singapur Flyer, Marina Bay Sands, und Super Trees
MacRitchie – 7 km „Dschungel“ Wanderung mit Tree Top Walk
Über Singapur wussten wir im Vorfeld unserer Reise wenig, außer das es verboten ist Kaugummi zu kauen, was übrigens auch stimmt! Deshalb ein paar Informationen zu der Stadt. Singapur ist ein Stadtstaat mit 6 Millionen Einwohnern und einer besonderen Geschichte. Aus einem britischen Handelsposten entwickelte sich seit der Unabhängigkeit 1965 ein globales Zentrum für Handel, Finanzen und Logistik. Politisch setzt Singapur auf Stabilität, klare Regeln und langfristige Planung. Gesellschaftlich ist die Stadt stark multikulturell geprägt, chinesische, malaiische, indische und westliche Einflüsse gehören selbstverständlich zum Alltag. Diese Vielfalt wird durch strenge Gesetze und durchdachte Integrationspolitik gefördert. Im täglichen Leben wirkt Singapur ruhig, organisiert und effizient. Der öffentliche Raum ist sauber, die vielen Grünflächen sind gepflegt, der Verkehr gut geregelt, die U-Bahn (MRT) und Busse sind eng getaktet und pünktlich. Große Menschenmengen bewegen sich geordnet, ohne Hektik oder Gedränge. Regeln scheinen akzeptierter Teil des Zusammenlebens zu sein. Gleichzeitig empfanden wir die Stadt nicht als unpersönlich. Die kulturelle Vielfalt zeigt sich in Essen, Sprachen und Religionen. Hawker Center, Parks und Straßenleben wirken lebendig, aber kontrolliert. Auffällig ist besonders die Sauberkeit im Gegensatz zu vielen anderen Großstädten. Es liegt wirklich überhaupt kein Müll oder Dreck herum. Die Überwachung der Regeln ist nicht spürbar. Es sind augenscheinlich keine Ordnungskräfte oder deren Einschreiten zu erkennen. Wenn man genau hinschaut fallen einem aber die überall präsenten Kameras auf. Singapur hinterlässt somit einen etwas zwiespältigen Eindruck. Die Ordnung gibt Sicherheit und Ruhe, es kommt aber nicht die besondere Atmosphäre oder das Flair vergleichbar mit Städten wie London, San Francisco oder Papeete (Tahiti) auf. Für uns war die Stadt ein spannender Kontrast auf der Reise, weniger emotional, dafür konsequent, durchdacht und in sich stimmig.