Autor: Detlev Kuschke

  • Ankunft in New York

    Nach Tagen auf dem Atlantik war heute der große Moment gekommen: das Einlaufen der Queen Mary 2 in New York. Noch in tiefer Dunkelheit versammelten sich viele Passagiere an Deck – eingehüllt in Jacken, mit Handy oder Kameras in der Hand und gespannter Vorfreude im Gesicht. Langsam zeichnete sich am Horizont die beleuchtete Silhouette der Stadt ab. Um 4:45 Uhr passierten wir die gewaltige Verrazzano-Narrows Bridge. Der Mast der Queen Mary 2 passte gerade so unter der Brücke hindurch – ein Moment, bei dem man fast die Luft anhielt. Kurze Zeit später, um 5:15 Uhr, war es soweit: Die Freiheitsstatue kam in Sicht. Ihr Anblick im ersten Morgengrauen ließ die Stimmung an Bord fast andächtig werden – Gänsehaut pur. Genauso Hatten wir uns die Ankunft gewünscht. Langsam erhellte sich der Himmel, und die Skyline von Manhattan trat immer deutlicher hervor. Die Sonne tauchte die Wolkenkratzer in goldenes Licht und es ging weiter vorbei an Lower Manhattan bis zum Pier in Brooklyn.
    Wir konnten bei bestem Wetter bis zur Ausschiffung noch in Ruhe frühstücken und den einmaligen Blick auf Manhattan genießen.

  • Go West  – mit 40km/h

    Wenn man mit 22 Knoten (ca. 40 km/h) von Europa nach Amerika fährt wird das Ziel nach 7 Tagen erreicht. Das Erleben wir gerade mit der Queen Mary 2. Wir haben uns schon früh bei der Planung unserer Reise dafür entschieden das so zu tun.
    Mit dem Flugzeug steigt man nach 7 Stunden aus und ist auf einem andern Kontinent, in einer anderen Welt. Die Entfernung und Weite spürt man in diesem Fall nicht. Bei der Reise mit dem Schiff bekommen wir tagelang kein Festland, keine Insel zu Gesicht. Nur Meer bis zum Horizont egal in welche Richtung wir blicken. Die Zeit scheint stehen zu bleiben.
    Die Queen Mary 2 ist das letzte Schiff, das die direkte Atlantik-Überquerung alle 4 Wochen von Europa nach Amerika anbietet. Es ist auch das letzte Schiff, dass noch dafür ausgelegt wurde. Neuere Kreuzfahrtschiffe haben andere Prioritäten.
    Es ist somit auch ein wenig eine Reise in die Vergangenheit.
    Das ist auch bei der Ausstattung des Schiffes zu spüren. Die Innenausstattung lehnt sich stark an den Stil der 1930er bis 1950er Jahre an – eine Zeit, in der Schiffe wie die Queen Mary (1936) und die Queen Elizabeth als Beispiel für Glamour und Seereisen standen. Die Queen Mary 2 ist kein schwimmender Freizeitpark wie viele moderne Kreuzfahrtschiffe, sondern bewusst als stilvoller Ozeanliner gestaltet. Ihr Design verbindet klassische britische Tradition und moderne Komfortelemente – so, dass wir das Gefühl einer großen Seereise vergangener Tage erleben dürfen, ohne auf heutigen Komfort verzichten zu müssen.

  • Cornwall

    In Aller kürze einige unserer Ausflugsziele in Cornwall

    St. Ives: Ein beliebter Badeort an der Küste Cornwalls, bekannt für seine Strände, Galerien und den  historische Fischereihafen.

    Cadgwith ist ein kleines abgelegenes malerisches Fischerdorf auf der Halbinsel Lizard zwischen The Lizard und Coverack

    Lizard Point in Cornwall ist der südlichste Punkt der Lizard-Halbinsel und gleichzeitig der südlichste Punkt Englands

    St. Michael’s Mount ist eine Gezeiteninsel die bei Ebbe zu Fuß erreichbar ist

    Der Cornwall Küstenwanderweg ist ein Abschnitt des South West Coast Path, Großbritanniens längstem Fernwanderweg mit insgesamt 1.014 km, der die gesamte Küsten von Devon und Cornwall durchläuft. Der Weg führt durch eine abwechslungsreiche Landschaft aus rauen Klippen, goldenen Stränden und üppig grünen Landschaften. Bekannt wurde der Wanderweg auch durch den Film Salzpfad.

    Portreath war für eine Woche Station für unsere Zeit in Cornwall. Wir hatten uns dafür ein gut ausgestattetes Ferienhaus ausgesucht. Es ist ein kleiner Küstenort gut erschlossen, aber nicht übermäßig kommerzialisiert. Restaurants, ein kleiner Shop und ein Pub in dem die Einheimischen ihr Feierabendbier tranken. Nach ein paar Tagen waren wir auch als Auswertige schon bekannt.

  • Das Eden Project – eine Reise durch Klimazonen

    Heute führte uns der Weg nach Cornwall ins beeindruckende Eden Project. Schon beim Ankommen wirkt die Anlage spektakulär: riesige, weiße Kuppeln, die wie futuristische Bienenwaben in einer ehemaligen Porzellanerden-Grube liegen.
    Der Weg zu den Kuppeln führt uns durch bunte Gärten und Skulpturen. Wir können die Sonne noch ein wenig genießen. Auf der Fahrt hatte es zwischendurch gegossen.
    Im Inneren begann eine kleine Weltreise in wenigen Schritten.
    In der Tropen-Biom-Kuppel schlugen uns Wärme und Feuchtigkeit entgegen – üppiges Grün, rauschende Wasserfälle und Pflanzen, die sonst nur in fernen Regenwäldern wachsen. Bananenstauden, Kakaobäume und Palmen ließen uns fast vergessen, dass wir mitten in England waren. Ganz anders die Mittelmeer-Kuppel: Hier roch es nach Kräutern, Zitrusfrüchten und warmem Stein. Olivenbäume, bunte Blumen und mediterrane Architektur schufen eine Atmosphäre, die an Ferien in Südeuropa erinnerte. Dazwischen entdeckten wir Kunstwerke, Lernstationen und spannende Infos über Nachhaltigkeit, Klima und Pflanzenvielfalt. Beeindruckend war, wie das Eden Project Naturerlebnis und Umweltbildung miteinander verbindet – anschaulich und inspirierend.

  • In Cornwall ging uns fast die Luft aus

    Auf dem Weg von den Marvern Hills nach Cornwall legten wir wieder zwei Stops ein. Die erste in Burnham-on-Sea. Schön am Meer gelegen, hat aber seine besten Zeiten wohl hinter sich. Der zweite Stop führte in einen kleinen Ort am Dart Moor Nationalpark mit historischen Gebäuden. Besonders gefiel uns ein kleiner englischer Tante-Emma-Laden mit Cafe. Klein aber fein mit einer sehr netter Besitzerin. Gegenüber eine historische mit Wassermühlen betriebene Schmiede. Wir nahmen uns die Zeit an einer Führung teilzunehmen. Wir waren von den Erläuterungen und Vorführen begeistert.
    Zurück auf der Schnellstraße waren noch 50 Meilen zu fahren, als das Display im Auto einen Druckverlust auf dem linken Hinterreifen anzeigte. Erst gestern hatten wir den Reifen aufpumpen müssen. Also die nächste Tankstelle angefahren und wieder nachpumpen. In England muss man dafür Münzen parat haben. Dann der Schreck. Im Reifen steckte eine Schraube. Was tun? Wir entschieden uns dazu langsam weiterzufahren. Unsere Blicke wechselten ängstlich zwischen dem Stand der noch zu fahrenden Meilen und dem Luftdruck. Der Luftdruck blieb Gott sei Dank stabil. Wir erreichten unsere Unterkunft in Portreath, ein Ferienhaus wo wir die nächste Woche bleiben wollen. Nach dem wir ausgeladen hatten, ab zum nächsten Restaurant, dass nur wenige Gehminuten entfernt lag und erstmal ein gezapftes Bier auf den Schreck.
    Am nächsten Morgen wieder die Notfallnummer wählen – Wir hatten schon mal eine Panne mit leerer Batterie – Auch diesmal war die Pannenhilfe schnell vor Ort. Das Auto wurde zur Reifenwerkstatt gebracht und war aber erst am nächsten Tag fertig. Die Werkstätten arbeiten hier auch Samstag und Sonntag. Dann die nächste Überraschung. Es wurden alle 4 Reifen gewechselt. Die hinteren Reifen waren defekt und die vorderen Reifen hatten zu wenig Profil. Enterprise als Autovermietung ist nicht zu empfehlen!

  • Unterwegs mit der Dampflok – Gloucestershire Warwickshire Steam Railway

    Mittwoch 17. September
    Luca ist bisher mit Begeisterung auf unserer Reise dabei. Aber heute freute er sich ganz besonders auf den Tag, denn es stand eine Reise in die Vergangenheit auf dem Programm. Eine Fahrt mit der Gloucestershire Warwickshire Steam Railway, die mehrmals täglich zwischen Broadway und Cheltenham verkehrt. Historische Züge sind Lucas Leidenschaft.
    Gemächlich setzte sich unser Zug in Bewegung. Das rhythmische Stampfen der Lok und die gelegentlichen Rauchwolken erinnerten daran, wie Reisen früher geklungen und gerochen haben müssen. Durch die offenen Fenster wehte der Fahrtwind herein, während draußen die sanften Hügel der Cotswolds vorbeizogen. Dörfer mit Sandsteinhäusern, Felder und kleine Bahnhöfe wie aus einer anderen Zeit begleiteten die Fahrt. Besonders beeindruckend: Die gesamte Bahn wird von zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeitern betrieben, die mit Herzblut bei der Sache sind. Vom Schaffner bis zum Lokführer – überall spürt man die Freude und Leidenschaft für die alte Eisenbahn. Mit ihrer Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft machten sie die Fahrt zu einem runden Erlebnis.
    Am Endbahnhof in Broadway blieb noch Zeit für einen Abstecher zum Broadway Tower. Obwohl heute die Sonne fehlte beindruckt der Tower mit seinen Türmen, die im Dreieck aufgestellt sind und ebenso die tolle Aussicht. Als wir vor dem Turm standen hatten wir den Eindruck: Rapunzel lässt gleich ihr Haar herunter.

  • Reisepause mit Mythos: Perseus & Medusa in Trentham Gardens

    Eigentlich war’s nur eine spontane Pause auf unserer heutigen Autofahrt zum nächsten Quartier bei dem Malvern Hills – ein bisschen frische Luft, Kaffee, Beine vertreten. Ulrike hatte auf Maps diesen Ort ausgesucht.
    Wir landeten in den Trentham Gardens, sehr schön angelegt, grün, entspannt. Neben den überdimensioniert Pusteblumen aus Metall stoßen wir auf die beeindruckende Statue von „Perseus and Medusa“ –
    Mich interessierte die Geschichte aus der griechischen Mythologie dazu, die ich recherchieren musste. Wen es auch interessiert, hier die Kurzfassung:
    „Medusa war eine sogenannte Gorgone – das waren furchterregende Wesen aus der griechischen Mythologie mit Schlangenhaaren und einem tödlichen Blick. Wer ihnen in die Augen sah, wurde sofort versteinert. Medusa war die einzige sterbliche unter ihnen – und damit die Einzige, die überhaupt besiegt werden konnte. Perseus hat das geschafft: Mit einem Spiegelschild (damit er sie nicht direkt anschauen musste), Flügelschuhen, einem Schwert und einer Tarnkappe schlich er sich an sie heran – und enthauptete sie im Schlaf. Mit ihrem Kopf rettete er später Andromeda vor einem Seeungeheuer. Und am Ende landete der Kopf auf dem Schild der Göttin Athena“.
    Wir hatte definitiv nicht damit gerechnet, zwischen Parkplatz und Café auf einen griechischen Helden samt enthaupteten Monsterkopf zu treffen.

  • Alte Steine und Regen im Lake Destrict

    Montag, 15. September

    Wir haben mittlerweile Schottland verlassen und machen Zwischenstation im Lake District. Gebucht hatten wir ein altes Cottage etwas außerhalb von Clappersgate einem kleinen Ort am Windermere, England’s größtem Binnensee. Und tatsächlich es lag abseits des Ortes an einem wilden Bach, nur durch eine schmale verwachsene Straße zu erreichen. Uns gefällt es. Was uns weniger gefällt ist der Regen. Bisher waren wir durch das Wetter auf unserer Reise sehr verwöhnt. Deshalb machen wir am nächsten Tag nur einen Ausflug mit dem Auto. Die Gegend ist touristisch gut erschlossen und auch zu dieser Jahreszeit gut besucht. Traumhafte baumlose sanfte Berglandschaften durchzogen mit Natursteinmauern. Dazu die Schafe als kleine weiße Punkte die über die Landschaft verteilt sind. Unser Ziel ist heute der Steinkreis von Castlerigg. Nicht so groß wie Stonehenge, aber schön gelegen. Kein Eintritt und wieder keine Touristenströme. Ulrike ist hell auf begeistert und lehnt sich gleich an einen der Steine. Anfassen ist hier erlaubt. Outlander lässt grüßen.

  • Highland Games in Pitlochry

    Samstag, 13. September

    Heute erlebten wir ein Stück echtes Schottland: die Highland Games in Pitlochry. Schon beim Ankommen lag eine besondere Stimmung in der Luft – Dudelsackmusik, bunte Kilts und die Vorfreude auf die Wettbewerbe.
    Auf dem Platz wechselten sich Tradition und Spektakel ab. Die Athleten traten in klassischen Disziplinen an: Baumstammwerfen, Steinstoßen und Hammerwurf. Kraft, Technik und ein guter Schuss schottischer Stolz gehörten hier zusammen. Jeder Versuch wurde vom Publikum lautstark begleitet – Staunen und Applaus inklusive.
    Zwischendurch sorgten Tänzerinnen in traditionellen Kostümen für bunte Abwechslung, begleitet von Pipe-Bands, deren Klang weit über das Gelände hinaus zu hören war. Es war, als würde man mitten in eine lebendige Tradition eintauchen.
    Die Highland Games sind mehr als nur ein Wettkampf – sie sind ein Fest für die ganze Stadt: Familien picknicken am Rand des Feldes, Händler bieten Shortbread und Souvenirs an, Kinder laufen zwischen den Zelten.
    Am Ende des Tages nahmen wir nicht nur viele Eindrücke, sondern auch ein Gefühl für den schottischen Gemeinschaftsgeist mit. Muskelkraft, Musik und Tradition – die Highland Games in Pitlochry vereinen alles.

  • Loch Ness

    Donnerstag, 11. September.

    Heute führte uns die Fahrt zum legendären Loch Ness. Bei herrlichem blauen Himmel mit weißen Wolken machten wir uns auf den Weg. Am Nordufer von Loch Ness angekommen, stellte sich dann aber das erwartete schottische Schauerwetter ein. Wir stoppten am kleinen Parkplatz am Ortseingang. Nach einem kurzen Spaziergang erreichten wir das Ufer mit dem herrlichen Ausblick auf den See. Der See ist 50 km lang und bis zu 240 m tief. Ein gutes Versteck für Nessie. Zwischen den Wellen meinten wir seinen Kopf gesehen zu haben. Oder war es doch nur eine Boje? Am Ufer steht der Camper des Nessiehunter. Seid 1991 liegt er mit dem Fernrohr auf der Lauer. Sein Geld verdient er mit dem Verkauf selbstgebastelter Souvenirs. Von Touristenströmen ist heute an diesem beschaulichen Ort nichts zu spüren. Wir nehmen noch einen Kaffee an dem mit Kunstblumen verzierten kleinen Wohnwagen.
    Von dort ging es weiter am Fluss Ness entlang bis nach Inverness dem Zentrum der Highlands. Die Stadt zeigte uns ein ungewohntes Bild: einerseits historische Häuser, Brücken und enge Gassen – andererseits einige Bausünden moderner Architektur, die sich ein wenig zwischen die alten Mauern drängten. Ein Kontrast, der unschön ins Auge fällt und den wir an anderen Orten in Schottland noch nicht gesehen hatten.
    Am Abend kehrten wir zurück nach Lossiemouth. Auf dem Campingplatz erlebten wir einen warmen Sonnenuntergang über dem Meer, der den Tag in goldenes Licht tauchte – ein perfekter Abschluss für unsere Tour.