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  • Rangiroa – das riesige Atoll

    Montag, 8. Dezember
    Mit Rangiroa erreichten wir das zweitgrößte Atolle der Welt und das größte im Tuamotu-Archipel. Das Atoll erstreckt sich über rund 80 Kilometer Länge und umfasst eine Lagune von etwa 1.600 Quadratkilometern, größer als viele Inselstaaten. Land gibt es dagegen nur als schmalen, niedrigen Streifen, der wie ein Ring aus vielen kleinen Inseln die Lagune umschließt. Rangiroa ist bekannt für seine Passagen, in denen das Wasser zwischen offenem Meer und Lagune strömt und eine außergewöhnlich klare Unterwasserwelt entsteht. Neben dem Tauchtourismus ist die Perlenzucht ein wichtiger Wirtschaftszweig. In der geschützten Lagune werden schwarze Perlen gezüchtet, eines der bedeutendsten Exportprodukte Französisch-Polynesiens. Spektakulär war die Einfahrt und Ausfahrt der Aranui durch die schmale Passage. Wir ankerten gleich neben der Passage vor der Hauptinsel. Auch hier begann sofort das Ent- und Beladen. Für die Passagiere gab es Zeit zur freien Verfügung auf der  Hauptinsel. Ich hatte mir eine Erkältung eingefangen und blieb auf dem Schiff, da ich auf keinen Fall den morgigen Tag auf Bora Bora verpassen wollte.

  • Ua Huka – Insel der Wildpferde

    Am folgenden Morgen lag Ua Huka vor uns, deutlich trockener als die anderen Inseln, fast karg aber mit einem besonderen Charme. Heute fuhren wir mit dem Pickup über die Insel. Thema war heute die Wirtschaft auf den Marquesas Inseln. Jörg, unser Guide, versorgte uns mit den entsprechenden Informationen. So erfuhren wir wie Kopra aus Kokosnüssen hergestellt wird. Kopra wird auf den Inseln von der Aranui aufgekauft und in Tahiti weiterverkauft. Der Preis wird von Frankreich subventioniert, da es sonst nicht wirtschaftlich wäre.
    Neben den Dörfern Hane und Hokato besuchten wir noch eine Baumschule. Luca entdeckte einen kleinen roten Traktor, der hier benutzt wird. In der Baumschule werden tropische Strauch- und Baumarten gezüchtet und z.B. nach Tahiti verkauft. Auch dieses Projekt wird subventioniert.
    Die Wirtschaft der Marquesas-Inseln ist ansonsten stark von der Versorgung von außen abhängig. Industrie gibt es nicht. Der Lebensunterhalt vieler Familien basiert auf einer Mischung aus Subsistenzwirtschaft, öffentlichem Dienst und begrenztem Tourismus. Zentrale Rolle spielen Landwirtschaft und Fischfang für den Eigenbedarf: Bananen, Kokosnüsse, Brotfrucht, Taro sowie Ziegen- und Schweinehaltung. Überschüsse werden nur in kleinem Umfang verkauft. Handwerk, etwa Holzschnitzerei, Tapa-Herstellung und Schmuck, ist kulturell bedeutend, wirtschaftlich jedoch meist von geringer Bedeutung. Der öffentliche Sektor (Verwaltung, Schule, Gesundheit) ist einer der wichtigsten Arbeitgeber. Jedes kleine Dorf hat einen Bürgermeister und die gleiche Struktur wie eine Kleinstadt. So werden Arbeitsplätze geschaffen. Viele Arbeitsplätze hängen direkt oder indirekt von französischen Subventionen ab. Der Tourismus ist vorhanden, aber bewusst begrenzt. Es gibt wenige kleine Pensionen und die Aranui als wichtigste Verbindungslinie.
    Zum Abschluss unsere Inseltour fuhren wir zum Ua Huka Museum. Ein schönes Gelände, auf dem es mittags ein Buffet mit einheimischen Speisen gab. Wie immer sehr lecker. Von hieraus konnten wir auch die Wildpferde beobachten, die zahlreich auf der Insel frei herumlaufen und für die die Insel bekannt ist.
    Zurück auf dem Schiff hieß es Abschied nehmen von den Marquesas. Für den nächsten Tag stand ein Seetag mit einer Strecke von über 1000 km an.

  • Fatu Hiva – Am Rand der bewohnten Welt

    Freitag, 5. Dezember
    Fatu Hiva ist die südlichste und abgelegenste der bewohnten Marquesas-Inseln. Es gibt keinen Flughafen, nur das Meer verbindet die Insel mit der Außenwelt. Die Aranui ankert an diesem Tag in zwei Buchten der Insel. Der erste Anker wird in der Bucht vor dem Dorf Omoa heruntergelassen. An Land führt der Weg von der kleinen Anlegestelle für die Barge am Strand entlang zum Dorfplatz.
    Von hier aus spazierten wir dann die Straße talaufwärts. Omoa empfanden wir als das schönste Dorf der Marquesas Insel. Gepflegte Grundstücke und schöne Gärten mit vielen Obstbäumen. Hier natürlich Manga, Papaya, Kokosnus oder Bananen. Einige Bewohner boten am Straßenrand Früchte oder selbstgefertigte Produkte an. Natürlich gibt es im Omoa auch eine Kirche und zwei kleine Läden. Die dort angebotenen Produkte sind über Wochen die einzige Versorgungsmöglichkeit für die Inselbewohner. Amazon liefert hier nicht. Als wir die Dorfstraße zurück gingen kamen uns immer wieder Pickups entgegen, die Waren von der Aranui abgeholt hatten. Auch ein voll beladener Gabelstapler war dabei. Der fuhr vom Beach direkt zum kleinen Supermarkt.

    Am Nachmittag verlegte die Aranui ihren Ankerplatz in die berühmte Bay of Virgins (Baie des Vierges). Die steilen, fast senkrecht aus dem Meer aufragenden Felswände verleihen der Bucht eine fast kathedralenartige Wirkung. Das Dorf Hanavave ist vom Schiff aus nicht zu sehen. Erst als wir mit der Barge um die Felskante fahren tauchen die wenigen Häuser des Dorfes auf.
    Zurück auf dem Schiff gabt es nach dem Ablegen das heutige Abendessen auf dem Außendeck unter dem Südsee Sternenhimmel.

  • Tahuata

    Die kurze Fahrt von Hiva Oa führt durch eine Meerenge hindurch nach Tahuata. Bei schönstem Wetter hat man immer wieder den Blick auf kleine Buchten mit Sandstrand und Palmen, die aber nur über das Meer erreichbar sind. Sobald wir die Bucht von Tahuata erreicht hatten hörten wir sofort das Rattern der Ankerkette und die beiden Krähne wurden in Gang gesetzt. Unverzüglich begann das Entladen und ausschiffen. In der Bucht liegt der kleine Ort Vaitahu. Auch auf dieser Marquesas Insel  ist das Eintreffen der Aranui ein großes Ereignis und willkommene Abwechslung für die wenigen Bewohner. Es gibt dann immer einen extra aufgebauten Markt mit Tanz und Musik. Wir trinken etwas in der kleinen Snack Bar am Strand. Ein bunt angemalter alter Wohnwagen, ein einfaches Vordach, ein paar Plastikstühle direkt am Meer und freundliche, hilfsbereite Menschen.

  • Bus Lieferung auf den Marquesas

    Achtung: Für Mitarbeiter der Berufsgenossenschaft nicht geeignet!

  • Hiva Oa – Insel von Paul Gauguin und Jacques Brel

    Donnerstag, 4. Dezember
    Am Morgen machten wir im kleinen Hafen von Hiva Oa fest. Der Hauptort Atuona liegt in der Nachbarbucht. Ich schloss mich der Wandergruppe an, die über den dazwischen liegenden Berg ging. Für die anderen Gäste fuhr der Bus zum Dorf. Die Wanderroute führte an dem über der Bucht von Atuona liegenden Friedhof vorbei. Hier findet man die Gräber des Malers Paul Gauguin und des Chanson Sängers Jacques Brel. Deren Namen sind fest mit der Insel verbunden, da sie einige Zeit auf der Insel lebten. Unten im Dorf gibt es zu den Künstlern jeweils ein kleines Museum. Nachdem Mittag ging es schon wieder weiter. Vom Oberdeck beobachteten wir gespannt das nicht ganz einfache Wendemanöver, um dem kleinen Hafen wieder zu verlassen. Ab jetzt sollte es keinen Hafen auf den kommenden Inseln mehr geben. Die Aranui ankert dann in einer Bucht und es beginnt das interessante Löschen der Ladung mit kleinen Ponton Booten und die Ausschiffung der Gäste mit der Barge.

  • Ua Pou – Insel der Felstürme

    Mittwoch, 3.Dezember
    Am fünften Tag erreichten wir morgens Ua Pou, bekannt für die markanten Felstürme, die wie steinerne Speere senkrecht aus den Bergen ragen. Trotz der 30 Grad die es heute wurden unternahm ich die Wanderung zum Aussichtspunkt oberhalb des Hafens. Der Weg bot immer wieder Ausblicke auf die Bucht, das Meer und das Dorf, das sich entlang der Küste schmiegt. Da es seit 3 Monaten nicht mehr geregnet hatte, war die Vegetation entlang des Weges komplett vertrocknet. Nach Regenfällen wird es dann wieder sehr schnell grün. Ein Vorgang, der sich hier regelmäßig wiederholt. Zum Mittagessen gingen wir ins Dorf. Zur Begrüßung gab es auch hier eine traditionelle Tanzvorführung. Der Nachmittag führte zurück ans Meer. Direkt neben dem Schiff lag ein kleiner Strand, den wir zum Baden nutzten. Im Hafen konnten wir dabei das Ent- und Beladen beobachten. Den ganzen Tag kamen Inselbewohner mit ihren Autos um ihre Waren abzuholen oder Abzugeben. Auch ein Kleinbus und ein Pferd waren dabei.

  • Nuku Hiva – die größte Insel der Marquesas

    Nach einem Tag auf See erreichten wir die größte der Marquesas-Inseln: Nuku Hiva. Gleich nach der Ankunft startete das Ent- und Beladen der mitgeführten Ladung.
    Jörg, der Guide für die deutschsprachigen Gäste an Bord, hatte uns am Seetag viel über die Geschichte und Kultur der Marquesas berichtet. Er lebt schon seit 20 Jahren auf Tahiti und ist mit einer Frau von Nuka Hiva verheiratet. Mit Pickups fuhren wir quer über die Insel. Unser Pickup hatte auch Sitzplätze auf der Ladefläche. Ein Traum für Luca. Die Straßen winden sich durch üppige Vegetation, vorbei an verstreuten Häusern und immer wieder mit Blick auf das Meer. Nach einigen Zwischenstopps machten wir halt an der Kultstätte „Ensemble Tahakia Kamuihei Teiipoka“. Dort erlebten wir eine Tanzvorführung, kraftvoll, rhythmisch und mit einer Energie, die zeigt, dass Tradition hier nicht nur Touristen Show, sondern auch wiederbelebte Kultur ist. Regelmäßig treffen sich die Bewohner verschiedener Inseln zu eigenen Art Festivals. Zum Mittagessen ging es weiter nach Taipivai, ein Tal, dass durch Herman Melvilles Roman „Typee“ bekannt wurde. Im Dorf gab es ein einfaches, aber köstliches Essen, frischer Fisch, Gemüse, Früchte und Schwein aus dem Erdofen, eine Spezialität der Südsee Inseln. Am Abend erwartete uns an Bord der Aranui ein polynesischer Abend mit Musik, Tanz und Blumenkränzen.  Ein lebendiger Ausklang eines intensiven Tages.

  • Erster Aranui Stopp – Atoll Fakarava

    Samstag Vormittag ging es aufs Schiff. Da es nur ca. 160 Gäste waren lief alles ruhig und entspannt ab. Nachdem wir die Kabinen bezogen hatten, gab es zur Begrüßung noch eine Aufführung einer Tanzgruppe aus Tahiti. Zwischendurch wurden auch Gäste aufgefordert mitzutanzen. Natürlich traf es mich. Ich gab mein Bestes! Sonntag Morgen legte die Aranui als erste Station im Atoll Fakarava, etwa 450 km nordöstlich von Tahiti, tief im Herzen der Tuamotu-Inselwelt an. Fakarava ist das zweitgrößte Atoll Französisch-Polynesiens (nach dem Atoll Rangiroa), mit einer riesigen Lagune und nur wenigen Landflächen. Fakarava wurde wegen seines ökologischen Werts von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt. Das bedeutet: Die Natur ist besonders geschützt, die Insel bietet Korallenriffe und Lagune in fast unberührtem Zustand. Das Atoll ist ein schmaler  Ring mit einem sogenannten Pass, in den das Schiff einfährt und dann vor dem Hauptdorf Rotoava ankert. Mit den beiden Beibooten wurden wir ausgeschifft. Das Dorf besteht aus ein paar Häusern, einer Tankstelle, einer kleinen Kirche und einfachen Läden. Wir wanderten am Ufer entlang zu einer kleinen Hotelanlage. Hier gibt es die Besonderheit, das die Sonnenschirme, Tische und Bänke im Wasser stehen. Bei einem Drink im Wasser schwimmen dann die Haie zwischen den Gästen umher. Sonntag Vormittag hatte die Bar noch geschlossen und ca. 10 Haie hatten sich sternförmig um einen Pfeiler des nahen Stegs gereiht. Wir hatten Bade- und Schnorchelausrüstung dabei und nutzen den traumhaften Strand. Mittags ging es zurück und die Aranui legte ab Richtung Marquesas Inseln. Für Montag stand ein kompletter Seetag auf dem Programm.

  • Französisch-Polynesien, Tahiti, Papeete, Aranui 5

    Französisch-Polynesien besteht aus 118 Inseln, verteilt auf einer Fläche so groß wie Europa, doch nur ein kleiner Teil davon ist bewohnt. Die Inseln liegen einsam im Pazifik, weit entfernt von jedem Kontinent. Bekannt sind sie für türkisfarbene Lagunen, Vulkankegel und üppige Vegetation.
    Politisch ist Französisch Polynesien ein Überseegebiet der Französischen Republik. Es gibt zwar ein eigenes Parlament, aber  Gesetzgebung, Verwaltung und Geldsystem sind französisch geprägt. Einwohner haben die französische Staatsbürgerschaft. EU-Recht gilt nur zum Teil, der Einfluss aus Europa ist aber spürbar. Dennoch bleibt die Kultur tief polynesisch. Sprache, Traditionen und Alltag verbinden europäische Prägung mit lokaler Identität.
    Tahiti, die größte Insel des Archipels, ist das wirtschaftliche Zentrum. Hier befindet sich auch die Hauptstadt Papeete, unser derzeitiger Aufenthaltsort. Papeete ist eine lebendige Stadt mit Hafen, Markt, Verkehr, Straßenküchen und einer Mischung aus kolonialer Vergangenheit und moderner Inselrealität.
    Am Samstag gehen wir hier an Bord der Aranui 5, einem Frachtschiff mit Passagierkabinen, das die entlegenen Marquesas-Inseln versorgt. Es ist halb Kreuzfahrtschiff, halb Versorgungsfrachter. Die Aranui bringt Güter, Baumaterial und Lebensmittel zu Inseln, die sonst schwer erreichbar wären und nimmt Reisende mit. Die kommenden Tage werden uns weit weg von Tahitis Küste führen, zu Orten, die nur über den Seeweg erreichbar sind, zu Dörfern, die auf Lieferungen warten, und zu Inseln, die selbst in Französisch-Polynesien als abgelegen gelten.
    Wir sind schon voller Vorfreude und sehr gespannt was wir bei dieser Schiffsreise erleben werden.