Kategorie: Uncategorized

  • Honolulu – 13. Stockwerk, Waikiki Beach und Vulkanwanderung

    Unser Flug von San Francisco nach Honolulu startet schon um 7.30 Uhr. Die sechs Stunden vergingen dank Film und Internet im wahrsten Sinne des Wortes wie im Flug. Aufgrund der Zeitverschiebung waren wir schon um 11.00 Uhr in Honolulu. Bisher hatten wir mit unserer Unterkunft  immer Glück und waren durchweg zufrieden. Doch diesmal ereilte uns eine böse Überraschung. Schon als wir vor dem Hotel ankamen hatten wir ein ungutes Gefühl. Kein Wunder, unser Apartment lag im 13. Stockwerk. Dicker Staub auf den Regalen, der Teppich löste sich auf, die Sofakissen speckig und vom Balkon der Blick auf die Baustelle eines entstehenden Hochhauses. Unsere Stimmung sank schlagartig in den Keller. Wir stellten die Koffer ab und gingen erstmal zum Essen ein Stück weiter in die Stadt. Das Restaurant gehörte zum einem Hotel. Wir ließen uns gleich mal die Zimmer zeigen. Alles Super, beste Lage und auch noch günstiger. Stornierung des alten war auch günstig möglich – alles online in wenigen Minuten! Und schon rollerten unsere Koffer durch Waikiki. Wir wohnten jetzt im 14. Stock. Unser neues Hotel hatten kein 13. Stockwerk – die Woche in Honolulu war gerettet!
    Bis zum Waikiki Beach war es nicht weit. An den beiden nächsten Tage genossen wir erstmal die Stadt und das Meer. 30 Grad Luft- und 27 Grad Wassertemperatur. Abends in den Sonnenuntergang schwimmen und am Horizont die Surfer auf der Welle. So stellt man sich Hawaii vor.
    Samstag planten wir dann einen Ausflug zum nahegelegenen erloschenen Diamond Head Vulkan. Die Wanderung startet im Kraterinneren, den man durch einen Tunnel erreicht, und führt hinauf auf den noch gut erkennenbaren Kraterrand. Oben angekommen wurden wir für die Anstrengungen mit einem phantastischen Rundumblick auf Insel, Stadt und Meer belohnt.

  • San Francisco – mit dem Bulli durch die Stadt

    Montag 3. November

    Wir wollten San Francisco einmal ganz anders erleben – nicht zu Fuß, nicht mit der Cable Car und nicht mit dem Bus – sondern in einem alten T2-Bulli. Zwei Stunden lang ging es mit dem kleinen Van quer durch die Stadt – „San Francisco Best Of“, aber nur wir drei mit dem Guide in dem Oldtimer. Wir kamen an Schauplätzen vorbei, die man aus Filmen kennt – wie dem Mrs. Doubtfire House und dem Haus aus den Princess Diaries. Orte, die sich mitten in ganz normalen Wohnvierteln verstecken. Es ging auch durch Haight Ashbury, dem Viertel der Hippie-Kultur, Flower Power, Musikgeschichte und bunter Straßenkunst. Im Radio lief dazu die passende Musik von Jimi Hendrix, Janis Joplin und Carlos Santana – die hier lebten und deren Songs hier aufgenommen wurden. Weiter zum majestätischen Palace of Fine Arts – fast wie ein römischer Tempel mitten in Kalifornien. Natürlich durfte auch ein Halt mit Blick zur Golden Gate Bridge nicht fehlen. Zwischen all diesen Orten ergaben sich immer wieder überraschende Blicke über die steilen Hügel bis zur Bay.

    Zum Schluss wurde es nochmal spektakulärer: die Bulli-Route führte über die berühmte Lombard Street, die kurvenreiche Straße mit 27% Gefälle! Da könnten wir nur hoffen das die Bremsen des alten Bullis halten. Wir kamen heile unten an und stiegen begeistert nach der tollen Fahrt aus.

  • Muir Woods – Ein Tag im Reich der Riesen

    Sonntag, 2. November

    Heute ging es im Kleinbus hinaus aus der Stadt, über die Golden Gate Bridge und hinein in eine ganz andere Welt: zum Muir Woods National Monument. Nur rund eine halbe Stunde nördlich von San Francisco – und doch fühlt es sich an wie ein eigenes Universum. Sobald man den Wald betritt, wird es stiller. Die hoch aufragenden Redwoods – manche von ihnen über tausend Jahre alt – formen eine Kathedrale aus Holz und Licht. Der Blick wandert automatisch nach oben, immer weiter nach oben, bis die Spitzen im grünen Dämmerlicht verschwinden. Der Wald duftet nach Erde, Harz und feuchtem Moos. Die Wege sind gut angelegt, und trotzdem bleibt dieses Gefühl, dass die Natur hier eindeutig den Ton angibt. Man geht, hört, atmet – und alles wird ruhiger. Nur majestätische Bäume, die seit Jahrhunderten stehen und das Tempo des Lebens ganz anders definieren. Auf dem Rückweg machen wir noch einen Stopp in Sausalito, einem kleinen Küstenstädtchen  nördlich der Goldenen Gate Bridge. Von hier könnten wir noch einen Blick auf die im Restnebel liegende Skyline von San Francisco werfen.

  • San Francisco – Pier 39 und ein Friseurtermin mit Cable Car

    31. Oktober und 1. November

    San Francisco empfing uns mit Sonne und dieser besonderen Mischung aus Meer, Hügeln und Geschichte. Nach Los Angeles wieder eine ganz andere Atmosphäre, die sich für uns gut anfühlte.
    Nach der Ankunft zog es uns direkt ans Wasser – zum berühmten Pier 39. Besonders faszinierend waren natürlich die Seelöwen, die auf den Holzplattformen entspannt in der Sonne lagen und lautstark um die besten Plätze stritten. Im Hintergrund tauchten die Konturen der Golden Gate Bridge und der Alcatraz Insel auf.
    Am nächsten Morgen wollten wir die Stadt ganz bewusst „auf San Francisco Art“ erleben – und fuhren mit der Cable Car quer durch die steilen Straßen. Das Rattern auf den Schienen, das Ziehen am steilen Hang, der Blick über die quer verlaufenden Straßenzüge – das war schon Erlebnis genug. Doch unser Ziel war überraschend unspektakulär und genau deshalb so charmant: ein Friseurtermin. Nach über 2 Monaten auch dringend notwendig.
    Ein ganz kleiner Salon, mitten in der Stadt. Ein freundliches asiatisches Ehepaar, zwei 100 Jahre alte Friseurstühle eine entspannte Atmosphäre, ein kurzer Moment Alltagsroutine auf unserer Reise. Danach ein Eis und ein Kaffee und dann weiter mit der Cable Car, Wind im Gesicht, die Stadt zu Füßen. San Francisco fühlt sich leicht an – mit genau dieser Mischung aus Alltag und Besonderheit, ohne große Anstrengung, aber voller Charakter. Ein perfekter Einstieg in diese Stadt am Wasser – zuerst Pier 39, dann Cable Car, und mittendrin ein ganz normaler Friseurtermin, der plötzlich zum Reiseerlebnis wird.

  • Zeitgefühl auf unserer Reise

    Mit jedem neuen Ort verändert sich auch die Zeit. Zuhause ist sie getaktet, planbar, strukturiert zwischen Kalender, Terminen und Routinen. Auf Weltreise verliert sie ihre scharfen Kanten. Sie wird weicher. Fließt, dehnt sich, staucht sich, verschiebt sich. Ein Tag kann sich unendlich lang anfühlen, wenn morgens noch Wüste, mittags Canyon und abends Meer vor uns liegen. Gleichzeitig verschwinden Wochen wie im Wind, weil wir so viel aufnehmen, so viele Eindrücke speichern und ständig Neues erleben, ohne Pause zwischendrin. Es gibt Tage, da wirkt es, als würden wir schon Monate unterwegs sein. Und dann wieder Momente, in denen alles erst wie gestern begonnen hat. Wir merken, dass Zeit nicht nur gemessen wird – sie wird erlebt. Es entsteht ein anderes Tempo. Weniger „was steht als Nächstes an?“ und mehr „wo sind wir gerade – und wie fühlt es sich hier an?“. Dinge verlieren Dringlichkeit. Gedanken verlangsamen sich. Erwartungen weichen dem Staunen. Und manchmal stellt sich eine Form von Ruhe ein, die man vorher gar nicht kannte. Zeit als Raum. Zeit als Weg. Zeit als Teil der Reise.
    Und in diesen Momenten wird klar: Zeit ist nicht etwas, das wir „haben“. Zeit ist etwas, das wir erleben.

  • Los Angeles – Stadt der Straßen

    Wir haben Los Angeles als Start und Endpunkt für das Wohnmobil gewählt, weil wir von hier aus am schnellsten unsere Ziele wie Grand Canyon, Monument Valley oder Zion Nationalpark erreichen konnten. Einen Aufenthalt in Los Angeles hatten wir nicht vorgesehen. So bleibt uns die Stadt als große Autobahn in Erinnerung. Schon viele Meilen vor Los Angeles fallen die endlosen Spuren der Highways auf, die sich wie Adern durch das weite Stadtgebiet ziehen. Mehrspurige Autobahnen, Überführungen, Abfahrten – ein scheinbar endloses Netz, das die Stadt zusammenhält. Das Straßennetz von Los Angeles gehört zu den größten der Welt. Es besteht aus mehr als 1.200 Kilometern Freeways und unzähligen städtischen Straßen, die sich über die gesamte Metropolregion verteilen. Anders als in vielen europäischen Städten gibt es hier kein klares Zentrum. Die Viertel – ob Downtown, Hollywood, Santa Monica oder Pasadena – sind weit voneinander entfernt, verbunden durch breite Straßen und Verkehrsadern. Im dichten Verkehr wirkt alles perfekt organisiert und doch chaotisch zugleich. Fahrbahnen mit sechs oder acht Spuren, Einfädelungen, die in Sekundenschnelle entschieden werden müssen, und immer wieder Staus, die zum Alltag gehören. Die berühmte Interstate 405 ist fast schon ein Symbol für die Stadt – ebenso bekannt für ihre Länge wie für ihre chronische Überlastung. Für Fußgänger ist Los Angeles dagegen eine Herausforderung. Viele Straßen sind breit, die Distanzen groß, und der öffentliche Nahverkehr kommt selten an das dichte System europäischer Städte heran. Selbst kurze Wege werden hier meist mit dem Auto zurückgelegt.
    Als letzte Station vor der Abgabe des Wohnmobils hatten wir Malibu, nördlich von Los Angeles gewählt. Ein schöner Campingplatz im Hang gelegen mit einem phantastischen Blick auf den Pazifik. Aber um an den Strand zu kommen mussten wir erst den Highway überqueren. Den letzten Abend vor der Abgabe des Wohnmobils wollten wir im nahegelegenen Fischrestaurant ausklingen lassen. Als Fußgänger gab es nur die Möglichkeit am Highway entlang zu gehen. Die Amerikaner fahren natürlich mit dem Auto vor. Wir haben den schönen Abend trotzdem in vollen Zügen genossen! Am nächsten Morgen  vor der Abfahrt aus Malibu zur Wohnmobile Abgabe konnten wir die Sonne über LA aufgehen sehen. Aus der Ferne war von den vielen Autobahnen nichts zu sehen.

  • Camping in den USA

    Bei unserem Trip merken wir wie selbstverständlich das Leben mit Wohnmobil, Bus oder Trailer hier ist, nur oftmals in ganz anderen Dimensionen. Auf dem Highways und auf den Campingplätzen begegneten uns riesige Busse mit glänzender Chromfront, klassische Airstream-Wohnwagen aus Aluminium – und sehr häufig Pickups mit mächtigen Aufliegern, die fast wie rollende Ferienhäuser wirken. Und der Pickup ist nur selten ein Ford Ranger, den man auch bei uns ab und zu sieht sondern die großen Modelle von Ford, RAM oder GMC. In jedem zweiten Haushalt in den USA gibt es einen Pickup. Die Campingfahrzeuge sind von ihren Dimensionen schon breiter als in Europa. Trotzdem gibt es fast kein Gefährt ohne Slide Out. Und damit man auf dem Campingplatz mobil bleibt wird mit einem Deichselsystem das Auto hinter das Wohnmobil gehängt. In vielen Fällen ein Jeep oder ein Pickup. Ein irres Bild wenn hinter dem riesigen Campingbus in kurzem Abstand das Auto hinterherrollt und das mit der maximal zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf dem Highway. Die Straßen der USA sind auf diese Giganten vorbereitet: breite Spuren, große Kurvenradien und riesige Tankstellen. Wir kamen uns mit unserem Wohnmobil neben den Riesen oft recht klein vor. 
    Nur in den etwas abgelegenen Nationalparks waren nur die kleineren Camper unterwegs. Aber auch hier hörten wir jedesmal, wenn ein Motor angelassen wurde das typische blubbern der V8 oder V10 Motoren mit reichlich Hubraum.
    Unverkennbar – wir sind in Amerika.

  • Las Vegas –  (Lass weg das)

    24/25. Oktober

    Nach Tagen voller Natur, Felsen und weiter Landschaften war Las Vegas ein Kontrastprogramm!

    Da auf der Interstate 15, die als Hochstraße durch die Stadt führt, ein Stau war, wollten wir auf dem Las Vegas Boulevard zum Campingplatz, der auf der anderen Seite der Stadt lag, und dabei mit dem Wohnmobil schon ein wenig Siteseeing machen. Schnurgerade führte die Straße in die Stadt deren Silhouette von weiten zu sehen war. Was uns auffiel war der viele Plastik Müll rechts und links der Straße. Auch die Vororte sahen nicht einladend aus. Besser wurde es erst als wir uns dem Stadtzentrum näherten. Dafür wurde der Verkehr dichter und gefühlt alle 100 Meter eine Ampel und noch 10 Meilen zu fahren. Also bogen wir wieder auf den Highway ab. Der Campingplatz ist riesig, liegt relativ nah an der Stadt und wie viele Plätze in den USA direkt am Highway. Der Flugplatz ist auch nicht weit entfernt. Wir können die Flugzeuge starten und landen sehen. Luca ist begeistert!
    Am nächsten Tag nutzen wir erstmal den Pool unter Palmen. Der Campingplatz  heißt ja „Oasis“.
    Gegen Abend geht es dann in die Stadt. Luca hat sich in den kühlen Nächten der vergangenen Tage eine Erkältung eingefangen, will aber unbedingt los.
    Das erste Highlights war die neue „Sphere“, die riesige leuchtende Kugel, die schon von weitem sichtbar ist. Außen bedeckt mit Millionen LEDs, zeigt sie ständig wechselnde Animationen – heute im phantastischen Abendrot. Wir suchen den Fußweg zum Palazzo.
    Der kürzeste Weg führte vorbei an Hinterhöfen und Parkhäusern.
    Wir finden doch noch den Eingang vom Palazzo und dem angrenzenden Venetian, wo Kanäle, Brücken und bemalte Decken Venedig in die Wüste holen. Um zum Ausgang auf den bekannten Las Vegas Strip zu gelangen geht es durch einen riesigen Saal mit unzähligen Spieltischen und Automaten. Irgendwie sind wir heute nicht in der Stimmung mal ein Spielchen zu wagen. Unser Weg führt uns weiter vorbei am Eiffelturm zu den berühmten Wasserspielen vor dem Bellagio, die zurzeit aber nur begrenzt einzusehen sind. Zwischendurch unzählige kleinere Casinos und Bars. Alles bunt beleuchtet und über die Gehwege wabert der Geruch von Kanabis.

    Abseits der Glitzerfassade merkt man schnell: Las Vegas ist auf Autos ausgelegt. Breite Straßen, lange Wege zwischen den Hotels, und Fußgängerüberwege, die eher an Autobahnkreuze erinnern. Der Verkehr war zusätzlich durch die Vorbereitungen auf das Formel-1-Rennen im November eingeschränkt – Absperrungen, Bauarbeiten und temporäre Brücken prägen derzeit viele Bereiche des Strips. Trotzdem hat die Stadt für viele ihren Reiz.
    Wir sind uns einig: Auf der nächsten Weltreise lassen wir Las Vegas links liegen!

  • Manchmal denke ich auch, ich bin zu alt für diesen Scheiss!!!

    So traumhaft, wie sich unsere Tage/Erlebnisse  darstellen und vielleicht lesen, so nervig sind auch manch andere Begebenheiten. Das fängt mit amerikanischen Bettdecken an. Ein Bettlaken pro Doppelbett, darauf eine Bettdecke. Im King- oder Queensize-Bett gibt es das Arrangement für zwei Personen… (Meistens haben wir 2 Betten im Zimmer und routieren, jeder hat mal ein Bett für sich allein.) Nach über 20 Jahren Ehe bevorzugen wir eigene Bettdecken, somit haben wir in den amerikanischen Hotels immer eine zusätzliche Decke bestellt. Man bekommt dann auch die entsprechende Größe nochmal, also mindestens 2×2 m. Das ganze Paket dann 2x im 1,50 m breiten Bett (manchmal auch schmaler), ist ein ganz schöner Haufen Bettzeug, den man schwer bändigen kann. Alles rutscht hoch oder runter, garantiert in die falsche Richtung, und morgens würgt das Laken allein um den Hals oder andere Gliedmaßen. Im Wohnmobil hat jeder das obligatorische Laken plus zwei (braune) dünnere Synthetik- Decken. Auch diese Kombination lässt sich nicht bändigen und ich werde fünf Mal in der Nacht wach, weil sich irgendwie etwas verwurschtelt hat oder die Decke(n) weg sind. Zum Glück sind wir nun und für die nächsten fünf Nächte in wärmeren Gefielden, wo das Laken ausreichend ist. Luca hat allerdings eine Erkältung, wohl nicht richtig zugedeckt…

    Die „Matratze“ im Wohnmobil ist eine dünnere Auflage, die ohne Lattenrost auskommt und durchgelegen ist. Ich habe mir einen Topper gekauft und komme damit bisher ohne Rückenschmerzen klar!! Hurraa!!!

    Die Ausstattung seitens der Wohnmobil-Vermietung ist auch eher kläglich. Es gibt keine Auffahr-Keile und somit lassen sich schräge Stellplätze auch nicht ausgleichen. Mit „Kopf nach unten“ schläft es sich auch nicht besser…

    Und nebenan stehen die überdimensionalen Trailer, Wohnmobile in Linienbusgröße, 3 Slide-outs keine Seltenheit, mit Kücheninsel, Couch und fetten Matratzen… Aber ich bin nicht neidisch!!!! Gar nicht!!!? Doch, ein bisschen!!!!

    Wir haben diese Tour im Wohnmobil auch wenig bis gar nicht vorbereitet. Die Campsides haben wir nicht vorreserviert, die Route nicht geplant und wir wollten auch möglichst flexibel bleiben. Sicher hätten wir einiges besser treffen oder planen können. Dennoch, ich würde es wieder so machen. Denn:

    Das Unterwegs-sein ist ein ganz besonderer Vibe. Dabei ist es egal, ob mit Wohnmobil, Schiff, Auto, Flieger oder von Hotel zu Hotel. Es entsteht eine eigene Energie, die sich richtig und gut anfühlt. Ich bin mit Rückenblockade, entzündetem Zeh, lädierter Hand aufgebrochen und hätte den Start fast verschoben oder gecancelt. Da steckte sicherlich auch ordentlich Angst dahinter. Aber „where the Focus goes, the Energie flows“. Die Wehwehchen sind alle weg, die Energie macht viel Spaß. Detlev und ich klatschen und alle Nase lang ab, weil wir beide „TOLL“ rufen könnten.

    Was macht da ein verkrumpeltes Bettzeug aus???

  • Zion National Park – Felsen und Wasser

    Dienstag 21. Oktober 

    Heute führte uns die Reise weiter in den Zion National Park, auf einen Campingplatz nahe am Südeingang. Am nächsten Tag wollen wir eigentlich einen Ruhetag einlegen. Da das Wetter so schön war raffen wir uns auf und gingen zum Visitor Center. Der Park selbst ist perfekt organisiert. Autos sind in großen Teilen des Tals nicht erlaubt – stattdessen bringen kostenlose Shuttle-Busse die Besucher zu den wichtigsten Punkten entlang des Scenic Drive, der etwa 11 Kilometer lange Strecke im Hauptcanyon. Die Fahrt mit dem Shuttle fühlt sich fast an wie eine kleine Safari: immer wieder Stopps, freundliche Fahrer mit kurzen Erklärungen, und ein stetiger Wechsel der Landschaft. An den Haltestellen herrscht reges Treiben – Cafés, kleine Shops, Fahrradverleihe und Besucherzentren sorgen für fast erlebnisparkähnliche Atmosphäre. Alles wirkt perfekt aufeinander abgestimmt, und trotz der vielen Besucher bleibt der Park sauber, ruhig und erstaunlich harmonisch. Unser erster Stopp war der Weeping Rock – eine überhängende Felswand, aus der feine Wasserfäden tropfen. Das Wasser braucht Jahre, um durch die Sandsteinschichten zu sickern, bevor es hier in kleinen Schleiern herabfällt. Der Ort ist schattig und still, fast meditativ. Anschließend fuhren wir weiter zum Riverside Walk, einem gemütlichen Pfad entlang des Virgin River am Ende des Canyon. Der Weg führt zwischen Bäumen und Felsen, begleitet vom leisen Rauschen des Wassers entlang des Flusses. Am Ende beginnt der berühmte Narrows Trail, wo der Fluss selbst zum Wanderweg wird. Dafür sind aber wasserfeste Schuhe und Hosen notwendig. Einige Besucher nahmen den Weg auch in normalen Schuhen in Angriff. Wir verzichteten auf nasse und kalte Füße und drehten an dieser Stelle um. Das Wetter war warm, aber nicht zu heiß, und die Sonne ließ die Felsen in allen Rottönen leuchten. Nach so vielen Tagen Wüste war das satte Grün entlang des Flusses eine willkommene Abwechslung. Am Abend fuhren wir mit dem Shuttle zurück zum Visitor Center, vorbei an leuchtenden Felswänden im letzten Licht des Tages. Zion wirkte ein bisschen wie ein Freilichtmuseum der Natur – großartig organisiert, leicht zugänglich, und dennoch voller Magie. Ein Tag zwischen Felsen, Wasser und der Kunst, Natur erlebbar zu machen – ohne sie ganz zu verlieren. Für uns aber schon grenzwertig, da wir dies in dieser Form in den bisherigen National Parks nicht erlebt hatten.