Blog über unsere Weltreise

  • Radfahren im Central Park

    Nachdem wir gestern in Lower Manhattan waren und uns in 500 m Höhe einen Überblick verschaffen konnten geht es heute am Montag mit der Untergrund Bahn ins Upper Manhattan. Erstes Ziel ist der Central Park den wir mit dem Fahrrad erkunden wollen. Wir hatten uns auf eine beschauliche Parktour eingerichtet. Aber wir staunen nicht schlecht. Eine dreispurige Autostraße die mit Verkehrsampeln als Einbahn-Radweg mitten durch den Park führt. Hier tummeln sich Pferdekutschen, Rikschas, Rennradfahrer, Touristen und Essenskurier die bei 28 Grad mit Mantel, Wollmütze und Handschuhen mit ihren E-Bikes rechts und links vorbeisausen. Parkanlage amerikanisch!
    Es war auch keine gute Idee für die Familie kein E-Bike gemietet zu haben. Der Central Park ist alles andere als flach, so dass ich mir einige Vorwürfe gefallen lassen mußte. Nach einer Pause im viel zu kühlen Starbucks Cafe hatten sich die Gemüter aber dann wieder beruhigt.

  • 500 m über New York

    Sonntag 5. Oktober: Heute begann unser Tag mit der Fähre von Jersey City nach Manhattan. Es sind 28 Grad vorhergesagt. Die Sonne glitzerte auf dem Wasser, Möwen kreisten über dem Hudson, und mit jedem Meter kam die Skyline näher – ein beeindruckendes Panorama, das nie alt wird. Unser erster Stopp war das Brookfield Place Einkaufszentrum – elegant, hell, mit Geschäften und Cafés direkt am Yachthafen. Nach einem kurzen Bummel ging es weiter zum 9/11 Memorial. Die beiden Wasserbecken an den ehemaligen Standorten der Zwillingstürme strahlen eine besondere Ruhe aus. Die endlosen Namen auf den bronzenen Rändern erinnern an die Menschen, die hier ihr Leben verloren – ein Ort des Gedenkens, der berührt.
    Gleich daneben erhebt sich das neue One World Trade Center. Mit dem Aufzug ging es in weniger als einer Minute hinauf zur Aussichtsplattform – und der Blick war atemberaubend. Ganz Manhattan lag uns zu Füßen, von der Brooklyn Bridge, über Mid- und Upper Town bis zur Freiheitsstatue, die im Dunst über dem Hafen glitzerte. Ein Ausblick der uns beeindruckte und unvergessen bleibt.
    Anschließend spazierten wir durch die Straßen bis zum Broadway, wo natürlich ein kurzer Stopp beim berühmten „Charging Bull“ nicht fehlen durfte. Den Tag ließen wir entspannt am Yachthafen ausklingen – mit einem Aperol Spritz in der Abendsonne, während die Jetskis ihre Runden drehten und noch ein Kreuzfahrtschiff vorbeizog. Als wir mit der Fähre zurück ins Hotel fuhren spiegelten sich die Hochhäuser golden im Wasser. Ein perfekter Abschluss für einen großartigen Tag in New York.

  • Ankunft in New York

    Nach Tagen auf dem Atlantik war heute der große Moment gekommen: das Einlaufen der Queen Mary 2 in New York. Noch in tiefer Dunkelheit versammelten sich viele Passagiere an Deck – eingehüllt in Jacken, mit Handy oder Kameras in der Hand und gespannter Vorfreude im Gesicht. Langsam zeichnete sich am Horizont die beleuchtete Silhouette der Stadt ab. Um 4:45 Uhr passierten wir die gewaltige Verrazzano-Narrows Bridge. Der Mast der Queen Mary 2 passte gerade so unter der Brücke hindurch – ein Moment, bei dem man fast die Luft anhielt. Kurze Zeit später, um 5:15 Uhr, war es soweit: Die Freiheitsstatue kam in Sicht. Ihr Anblick im ersten Morgengrauen ließ die Stimmung an Bord fast andächtig werden – Gänsehaut pur. Genauso Hatten wir uns die Ankunft gewünscht. Langsam erhellte sich der Himmel, und die Skyline von Manhattan trat immer deutlicher hervor. Die Sonne tauchte die Wolkenkratzer in goldenes Licht und es ging weiter vorbei an Lower Manhattan bis zum Pier in Brooklyn.
    Wir konnten bei bestem Wetter bis zur Ausschiffung noch in Ruhe frühstücken und den einmaligen Blick auf Manhattan genießen.

  • Luca

    Wie reist es sich mit Luca, mit seiner Gedankenwelt, dem Autismus? Was macht das Unterwegs-sein mit ihm? Hat er Spaß und kann er sich auf immer neue Situationen einstellen? Das haben wir uns natürlich vor der Reise hunderte Mal gefragt. Was passiert,  wenn kein WLAN vorhanden ist? Haha!! Alles kein Problem!! Hurraaa!! Luca genießt das Reisen genau wie wir – soweit wir das beurteilen können! Er freut sich über andere Dinge und schaut natürlich auch anders in die Welt. Richtig Stress hatte er erst durch die Seekrankheit und heute durch eine Übung auf dem Schiff. Viele Durchsagen, die man nicht verstehen kann, schrille Alarmtöne und die halbe Besatzung läuft mit Schwimmwesten herum. Da hat er heute gesagt, er will nach Hause… Aber das hat sich schnell wieder beruhigt. Dennoch ist sein Anker und liebster Ort auf dem Schiff das Indoor-Pool-Deck. Man kann den Schornstein sehen, das Meer rundherum und vor der Tür hängt ein großer Bildschirm, auf dem die Strecke angezeigt wird, die noch vor uns liegt. Und 100 Mal am Tag die Frage, wie weit es noch ist. Wie “ schlimm“ das jetzt alles ist/war, werden wir wohl erst erfahren, wenn es in Tahiti auf das nächste Schiff geht…

    Auto, Bus, Zug, Dampflok, Doppeldecker-Bus, Underground, diverse Uber: sein Himmelreich! Ansonsten liebt er es, andere Menschen kennen zu lernen. Es reicht schon ein kurzes Gespräch auf der Straße. Sogar englische Worte benutzt er. Er ist jedem gegenüber aufgeschlossen!! Richtig toll!! Und so geht es uns im Moment allen gut! Wir kommen gut klar mit unserem Gepäck (mussten ja schon reichlich ein-und auspacken), kleinere Unwohlsein, Schrauben im Reifen, etc, haben wir gemeistert. Und mit kleinen Zimmern kommen wir auch gut klar!!! Alle Drei!!! Somit haben wir große LUST auf das, was noch kommt!

  • Go West  – mit 40km/h

    Wenn man mit 22 Knoten (ca. 40 km/h) von Europa nach Amerika fährt wird das Ziel nach 7 Tagen erreicht. Das Erleben wir gerade mit der Queen Mary 2. Wir haben uns schon früh bei der Planung unserer Reise dafür entschieden das so zu tun.
    Mit dem Flugzeug steigt man nach 7 Stunden aus und ist auf einem andern Kontinent, in einer anderen Welt. Die Entfernung und Weite spürt man in diesem Fall nicht. Bei der Reise mit dem Schiff bekommen wir tagelang kein Festland, keine Insel zu Gesicht. Nur Meer bis zum Horizont egal in welche Richtung wir blicken. Die Zeit scheint stehen zu bleiben.
    Die Queen Mary 2 ist das letzte Schiff, das die direkte Atlantik-Überquerung alle 4 Wochen von Europa nach Amerika anbietet. Es ist auch das letzte Schiff, dass noch dafür ausgelegt wurde. Neuere Kreuzfahrtschiffe haben andere Prioritäten.
    Es ist somit auch ein wenig eine Reise in die Vergangenheit.
    Das ist auch bei der Ausstattung des Schiffes zu spüren. Die Innenausstattung lehnt sich stark an den Stil der 1930er bis 1950er Jahre an – eine Zeit, in der Schiffe wie die Queen Mary (1936) und die Queen Elizabeth als Beispiel für Glamour und Seereisen standen. Die Queen Mary 2 ist kein schwimmender Freizeitpark wie viele moderne Kreuzfahrtschiffe, sondern bewusst als stilvoller Ozeanliner gestaltet. Ihr Design verbindet klassische britische Tradition und moderne Komfortelemente – so, dass wir das Gefühl einer großen Seereise vergangener Tage erleben dürfen, ohne auf heutigen Komfort verzichten zu müssen.

  • Cornwall

    In Aller kürze einige unserer Ausflugsziele in Cornwall

    St. Ives: Ein beliebter Badeort an der Küste Cornwalls, bekannt für seine Strände, Galerien und den  historische Fischereihafen.

    Cadgwith ist ein kleines abgelegenes malerisches Fischerdorf auf der Halbinsel Lizard zwischen The Lizard und Coverack

    Lizard Point in Cornwall ist der südlichste Punkt der Lizard-Halbinsel und gleichzeitig der südlichste Punkt Englands

    St. Michael’s Mount ist eine Gezeiteninsel die bei Ebbe zu Fuß erreichbar ist

    Der Cornwall Küstenwanderweg ist ein Abschnitt des South West Coast Path, Großbritanniens längstem Fernwanderweg mit insgesamt 1.014 km, der die gesamte Küsten von Devon und Cornwall durchläuft. Der Weg führt durch eine abwechslungsreiche Landschaft aus rauen Klippen, goldenen Stränden und üppig grünen Landschaften. Bekannt wurde der Wanderweg auch durch den Film Salzpfad.

    Portreath war für eine Woche Station für unsere Zeit in Cornwall. Wir hatten uns dafür ein gut ausgestattetes Ferienhaus ausgesucht. Es ist ein kleiner Küstenort gut erschlossen, aber nicht übermäßig kommerzialisiert. Restaurants, ein kleiner Shop und ein Pub in dem die Einheimischen ihr Feierabendbier tranken. Nach ein paar Tagen waren wir auch als Auswertige schon bekannt.

  • Das Eden Project – eine Reise durch Klimazonen

    Heute führte uns der Weg nach Cornwall ins beeindruckende Eden Project. Schon beim Ankommen wirkt die Anlage spektakulär: riesige, weiße Kuppeln, die wie futuristische Bienenwaben in einer ehemaligen Porzellanerden-Grube liegen.
    Der Weg zu den Kuppeln führt uns durch bunte Gärten und Skulpturen. Wir können die Sonne noch ein wenig genießen. Auf der Fahrt hatte es zwischendurch gegossen.
    Im Inneren begann eine kleine Weltreise in wenigen Schritten.
    In der Tropen-Biom-Kuppel schlugen uns Wärme und Feuchtigkeit entgegen – üppiges Grün, rauschende Wasserfälle und Pflanzen, die sonst nur in fernen Regenwäldern wachsen. Bananenstauden, Kakaobäume und Palmen ließen uns fast vergessen, dass wir mitten in England waren. Ganz anders die Mittelmeer-Kuppel: Hier roch es nach Kräutern, Zitrusfrüchten und warmem Stein. Olivenbäume, bunte Blumen und mediterrane Architektur schufen eine Atmosphäre, die an Ferien in Südeuropa erinnerte. Dazwischen entdeckten wir Kunstwerke, Lernstationen und spannende Infos über Nachhaltigkeit, Klima und Pflanzenvielfalt. Beeindruckend war, wie das Eden Project Naturerlebnis und Umweltbildung miteinander verbindet – anschaulich und inspirierend.

  • In Cornwall ging uns fast die Luft aus

    Auf dem Weg von den Marvern Hills nach Cornwall legten wir wieder zwei Stops ein. Die erste in Burnham-on-Sea. Schön am Meer gelegen, hat aber seine besten Zeiten wohl hinter sich. Der zweite Stop führte in einen kleinen Ort am Dart Moor Nationalpark mit historischen Gebäuden. Besonders gefiel uns ein kleiner englischer Tante-Emma-Laden mit Cafe. Klein aber fein mit einer sehr netter Besitzerin. Gegenüber eine historische mit Wassermühlen betriebene Schmiede. Wir nahmen uns die Zeit an einer Führung teilzunehmen. Wir waren von den Erläuterungen und Vorführen begeistert.
    Zurück auf der Schnellstraße waren noch 50 Meilen zu fahren, als das Display im Auto einen Druckverlust auf dem linken Hinterreifen anzeigte. Erst gestern hatten wir den Reifen aufpumpen müssen. Also die nächste Tankstelle angefahren und wieder nachpumpen. In England muss man dafür Münzen parat haben. Dann der Schreck. Im Reifen steckte eine Schraube. Was tun? Wir entschieden uns dazu langsam weiterzufahren. Unsere Blicke wechselten ängstlich zwischen dem Stand der noch zu fahrenden Meilen und dem Luftdruck. Der Luftdruck blieb Gott sei Dank stabil. Wir erreichten unsere Unterkunft in Portreath, ein Ferienhaus wo wir die nächste Woche bleiben wollen. Nach dem wir ausgeladen hatten, ab zum nächsten Restaurant, dass nur wenige Gehminuten entfernt lag und erstmal ein gezapftes Bier auf den Schreck.
    Am nächsten Morgen wieder die Notfallnummer wählen – Wir hatten schon mal eine Panne mit leerer Batterie – Auch diesmal war die Pannenhilfe schnell vor Ort. Das Auto wurde zur Reifenwerkstatt gebracht und war aber erst am nächsten Tag fertig. Die Werkstätten arbeiten hier auch Samstag und Sonntag. Dann die nächste Überraschung. Es wurden alle 4 Reifen gewechselt. Die hinteren Reifen waren defekt und die vorderen Reifen hatten zu wenig Profil. Enterprise als Autovermietung ist nicht zu empfehlen!

  • Unterwegs mit der Dampflok – Gloucestershire Warwickshire Steam Railway

    Mittwoch 17. September
    Luca ist bisher mit Begeisterung auf unserer Reise dabei. Aber heute freute er sich ganz besonders auf den Tag, denn es stand eine Reise in die Vergangenheit auf dem Programm. Eine Fahrt mit der Gloucestershire Warwickshire Steam Railway, die mehrmals täglich zwischen Broadway und Cheltenham verkehrt. Historische Züge sind Lucas Leidenschaft.
    Gemächlich setzte sich unser Zug in Bewegung. Das rhythmische Stampfen der Lok und die gelegentlichen Rauchwolken erinnerten daran, wie Reisen früher geklungen und gerochen haben müssen. Durch die offenen Fenster wehte der Fahrtwind herein, während draußen die sanften Hügel der Cotswolds vorbeizogen. Dörfer mit Sandsteinhäusern, Felder und kleine Bahnhöfe wie aus einer anderen Zeit begleiteten die Fahrt. Besonders beeindruckend: Die gesamte Bahn wird von zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeitern betrieben, die mit Herzblut bei der Sache sind. Vom Schaffner bis zum Lokführer – überall spürt man die Freude und Leidenschaft für die alte Eisenbahn. Mit ihrer Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft machten sie die Fahrt zu einem runden Erlebnis.
    Am Endbahnhof in Broadway blieb noch Zeit für einen Abstecher zum Broadway Tower. Obwohl heute die Sonne fehlte beindruckt der Tower mit seinen Türmen, die im Dreieck aufgestellt sind und ebenso die tolle Aussicht. Als wir vor dem Turm standen hatten wir den Eindruck: Rapunzel lässt gleich ihr Haar herunter.

  • Reisepause mit Mythos: Perseus & Medusa in Trentham Gardens

    Eigentlich war’s nur eine spontane Pause auf unserer heutigen Autofahrt zum nächsten Quartier bei dem Malvern Hills – ein bisschen frische Luft, Kaffee, Beine vertreten. Ulrike hatte auf Maps diesen Ort ausgesucht.
    Wir landeten in den Trentham Gardens, sehr schön angelegt, grün, entspannt. Neben den überdimensioniert Pusteblumen aus Metall stoßen wir auf die beeindruckende Statue von „Perseus and Medusa“ –
    Mich interessierte die Geschichte aus der griechischen Mythologie dazu, die ich recherchieren musste. Wen es auch interessiert, hier die Kurzfassung:
    „Medusa war eine sogenannte Gorgone – das waren furchterregende Wesen aus der griechischen Mythologie mit Schlangenhaaren und einem tödlichen Blick. Wer ihnen in die Augen sah, wurde sofort versteinert. Medusa war die einzige sterbliche unter ihnen – und damit die Einzige, die überhaupt besiegt werden konnte. Perseus hat das geschafft: Mit einem Spiegelschild (damit er sie nicht direkt anschauen musste), Flügelschuhen, einem Schwert und einer Tarnkappe schlich er sich an sie heran – und enthauptete sie im Schlaf. Mit ihrem Kopf rettete er später Andromeda vor einem Seeungeheuer. Und am Ende landete der Kopf auf dem Schild der Göttin Athena“.
    Wir hatte definitiv nicht damit gerechnet, zwischen Parkplatz und Café auf einen griechischen Helden samt enthaupteten Monsterkopf zu treffen.